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09.03.2021, 19 Uhr

Von rosa Prinzessinnen zu Instafame

Wie Geschlechterklischees Mädchen in ihrer Entwicklung einschränken

 

Vortrag

 

Dr. Maya Götz, Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI), zeigt auf, welche Stereotype wir jungen Mädchen – häufig ohne es zu merken – vermitteln. Und wie das vom „Gender-Marketing“ bei Medien- und Konsumartikeln begeistert aufgegriffen und verstärkt wird.

Wo liegen die großen Fallen der Identitätsentwicklung für Mädchen heute und wie können wir Kinder und Jugendliche unterstützen, ihren Weg zu finden?

 

Für Eltern, Großeltern, pädagogische Fachkräfte und alle, die mit Kindern zu tun haben.

 

Veranstalter*in: Gleichstellungsstelle

 

Link: über "Zoom" - Hier wird kurz vorab der Link veröffentlicht

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Wir sind 30 Minuten vor jeder Veranstaltung online und helfen gerne bei der Technik.]

 

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mehr Infos:

 

Noch nie waren die Möglichkeiten für Mädchen so vielfältig, um ihren ganz eigenen Weg zu finden. Dennoch bewegen sie sich heute oftmals auf klischeehafteren Pfaden, als dies vor 20 oder 30 Jahren der Fall war. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland auf dem viertletzten (!) Platz, wenn es um einen geschlechtergerechten Zugang zu Ausbildung und Berufsorientierung geht. Wir sozialisieren – oft ohne es zu merken – ausgesprochen geschlechterstereotyp, was das Gendermarketing bei Medien- und Konsumartikeln begeistert aufgreift und dadurch deutlich verstärkt.

 

Die Zusammenhänge sind dabei komplex: Mädchen heute sind oft gut für Kindergarten und Schule sozialisiert und stolz darauf, ein Mädchen zu sein. Das ist gut und richtig. Gleichzeitig fehlt oft der kritische Blick auf die Problembereiche der Zeichentrickwelten von Disney & Co. Kommen dann mit ca. acht bis neun Jahren Influencer*innen hinzu und beginnen die Mädchen, sich auf TikTok und Instagram zu inszenieren, prägt sich ein stereotypes Bild von Mädchensein ein. Spätestens in der Pubertät schleichen sich dann Körperunzufriedenheit und Defizitgefühle ein, was sich u.a. auf ihre Begeisterung für naturwissenschaftliche Fächer und ihre Berufsentscheidung auswirken kann. In den sozialen Netzwerken und in Angeboten wie Germany‘s Next Topmodel wird den Mädchen neben einem stereotypen und viel zu dünnen Schönheitsideal immer wieder vermittelt: „Du musst nur hart genug an dir arbeiten, dann erreichst du, was du willst.“ Doch genau das führt sie schließlich in die Identitätsfalle und nimmt ihnen in der Adoleszenz den Mut, sich vielfältig zu entwickeln, bzw. kann bis in eine Depression oder Essstörung führen.

 

Wo die großen Fallen der Identitätsentwicklung für Mädchen heute liegen und wie Erwachsene Kinder und Jugendliche unterstützen können, ihren Weg zu finden, darum soll es in dieser Abendveranstaltung gehen. In dem eingängigen Vortrag werden aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt und Ansätze für eine gezielte Förderung und Beratung verdeutlicht.

 

 

Referentin

 

Maya Götz, Dr. phil., verheiratet, drei Töchter (16, 15 + 12 Jahre), ist Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) beim Bayerischen Rundfunk und des PRIX JEUNESSE INTERNATIONAL. Sie schloss ihr Studium an der PH Kiel mit dem Staatsexamen für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen und der Magistra der Pädagogik ab und promovierte 1998 an der Gesamthochschule Kassel mit der Dissertation „Mädchen und Fernsehen“.

Ihr Hauptarbeitsfeld: Forschung im Bereich „Kinder/Jugendliche und Fernsehen” mit internationaler und geschlechtersensibler Perspektive

Sie leitete über 180 empirische Studien, u. a. zu Daily Soaps, Castingshows, Fernsehfiguren und Identitätsarbeit. Sie veröffentlichte bisher über 250 wissenschaftliche Artikel, 15 Bücher und ist weltweit in Fortbildungen für Kinderfernsehredaktionen tätig.

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