Stadt Kempten Kempten erleben Kultur & Unterhaltung Ausstellungen 69. Kunstausstellung im Rahmen der Allgäuer Festwoche Julia Vodermeier

Julia Vodermeier
Förderpreis der Dr.-Rudolf-Zorn-Stiftung

Julia Vodermeier
„v e r b i n d e n“, 2-teilig
Tusche auf Papier
je 63 x 53, 2018

 

 

 

 

 

 

Begründung durch die Jury

Das Werk von Julia Vodermeier besteht aus zwei Teilen, die sich wie Wörter ergänzen und einen fast lyrischen Gedankenraum öffnen. Es findet eine Reduktion und Konzentration auf Stift und Linie statt. Die Linien wirken schwebend. Ihre verdichteten Strukturen erinnern an organische Elemente und rufen Assoziationen an Fragmente von Federn oder Fingerabdrücken hervor.

Das Werk besitzt eine besondere Zartheit, ist authentisch und konzentriert. Nichtsdestotrotz ist ihm ein Studiencharakter eigen, der an Blätter aus einem Skizzenbuch denken lässt. Die handschriftliche Präzision wie auch sinnliche Präsenz stehen der Digitalisierung und der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit entgehen.

Julia Vodermeier über ihre Arbeit

 

In meiner Art zu Zeichnen geht es mir darum, mich der Zeit und den ihr innewohnenden unterschiedlichen Impulsen anzuvertrauen, um mich in der Zeit zu spüren, in ihr wahrzunehmen und zu verankern.

 Ich zeichne auf den Rhythmus unterschiedlichster Musik sowie auf den Rhythmus der Stille. Wie ein Seismograph mache ich die inneren Bewegungen sichtbar, die mein Atmen, mein Herzschlag, mein Fühlen und Denken entstehen lassen. Dabei wachsen Gebilde von zerbrechlicher Verletzlichkeit und gleichzeitig spürbarer Stabilität.

Die zweiteilige Zeichnung „verbinden“ ist ein Einzelwerk und nicht Teil einer Serie. Ich arbeite „intuitiv“, d.h. während ich zeichne, kristallisieren sich verschiedene Empfindungen immer deutlicher heraus. Ich zeichne „von allen Seiten“ und lege mich nicht von vornherein auf eine bestimmte Perspektive bzw. ein bestimmtes Format fest. In einem lange andauernden offenen Betrachtungsprozess finde ich schließlich die abschließende Perspektive, die auch für den Titel maßgebend ist.

In „verbinden“ geraten für mich die beiden eigenständigen und voneinander getrennten Gebilde sowie der scheinbar leere Raum um sie herum in Bewegung. Jede*r Betrachter*in nimmt dabei eine andere Qualität der Bewegung wahr. Auch die in den Zeichnungen angelegten und durch sie evozierten Begriffe und Gedankenkonzepte wie „Getrennt sein“, „Isoliert sein, „Einsam sein “, „Sich verbinden wollen/müssen“ werden in Bewegung versetzt und öffnen sich damit neuen Deutungszusammenhängen.


Über die Künstlerin
 

1981 geboren in Kaufbeuren
2002 – 2006

Lehramtsstudium (Sekundarstufe II) für Deutsch und Geschichte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

2006 – 2011
 
Studium der Fächer Neuere deutsche Literatur und Geschichte an der Freien Universität Berlin (Abschluss: Magistra Artium)
2007 – 2009
 

Zusatzstudiengang Deutsch als Fremdsprache an der Freien Universität Berlin (Abschluss: Zertifikat)

2012 - 2013 Redaktions-Volontariat im Compact Verlag, München
seit 2013 Vorschriften-Redakteurin im Verlag C.H.Beck, München
2014 Geburt von Tochter Janika


Neben Studium und beruflicher Tätigkeit als Redakteurin, immer schon intensive Beschäftigung mit Kunst.
 

seit 2009 Gedichte
seit 2011 Freie Zeichnungen (vorwiegende Technik: Tuschestifte)
2012
 
Veröffentlichung von zwei Gedichten in der australischen studentischen Zeitschrift für Gegenwartslyrik „Perita Reperta“, Ausgabe 2 (2012).
seit 2011
 

Arbeit an dem Buchprojekt "Mein Chamäleon". Dabei setze ich eines meiner Gedichte um in detailreichste Schwarz-Weiß-Zeichnungen.

2015

 
Präsentation des kurzen dokumentarischen Films „Julias Chamäleon“ meines Bruders Moritz Vodermeier über diese Arbeit im Kino „Filmburg“ in Marktoberdorf im Rahmen des Filmabends „Hinlinsen“.


Gruppenausstellungen:

2018 „69. Große Schwäbische Kunstausstellung“ in Augsburg; 2018 „Aktuelle Kunst im Museum“, Ausstellung des BBK Allgäu/Schwaben-Süd im

ehemaligen Kloster St. Mang in Füssen

 

Preis:

„Füssener Förderpreis für junge Kunst“ im Rahmen der Ausstellung „Aktuelle Kunst im Museum“ für die Zeichnung „Schweben“, 2018

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Informationen kompakt:

Ausstellungsdauer:

11. August bis 30. September

Öffnungszeiten:

11.08.-19.08.2018 (während der Allgäuer Festwoche), täglich, 10-18 Uhr

21.08. bis 30.09.2018, Dienstag bis Sonntag, 10-16 Uhr

Postanschrift:

Großer Sonderausstellungsraum im Marstall (Alpin-Museum)

Landwehrstraße 4

87439 Kempten (Allgäu)

Tel. Museum: +49 831 2525-740

Eintritt frei!

Weitere Informationen erhalten Sie von:
Sonja John
+49831 2525-391
Sonja.John@kempten.de