Stadt Kempten Kempten erleben Kultur & Unterhaltung Ausstellungen Horst Heilmann Schattenräume

Rückblick

Horst Heilmann "Schattenräume"

Wie verbunden sich viele Menschen der nicht immer heiteren Kunst des Zeichners, Malers und ehemaligen Kunsterziehers Horst Heilmann fühlen, hatte bereits die komplett überfüllte Eröffnungsveranstaltung im Hofgartensaal der barocken Kemptener Residenz Anfang Februar gezeigt. Die Stadt Kempten richtete einem ihrer prominentesten Künstler eine von der Kunsthistorikerin Birgit Höppl kuratierte breite Werkschau mit reich bebildertem Katalog aus. Nach nur sechs Wochen Laufzeit schloss die Ausstellung frühzeitig.

Die überragende Resonanz von bis dahin über 1300 Besucherinnen und Besuchern zeugt von der tiefen Beziehung, die Künstler und Region verbindet. Immerhin drei Führungen der Kuratorin jeweils im Gespräch mit dem Künstler konnten noch vor insgesamt über 100 Teilnehmenden stattfinden. Auch die beiden Workshops für Kinder waren ausgebucht.

Dass seine "Schattenräume" – so der Titel der frühzeitig geschlossenen Schau – unter anderem seine Erinnerungen an mittelalterliche Spitäler mit Reihen an Krankenbetten im Nachhinein wie der Auftakt zu bedrohlichen Gegenwartsszenarien gelesen werden können, bleibt Zufall.

Wie viele Künstler seiner Generation umkreiste Heilmann (Jhg. 1944) die Möglichkeiten der figurativen Malerei anfangs mit Skepsis. Dass es ihm immer auch um die Zeitenläufte und deren Bewältigung ging, war früh klar. Der abwesende Mensch lässt Innenräume atmen, von Einsamkeit und Leid erzählen. Auch das Sterben selbst durchzieht, neben zahllosen apokalyptischen Reitern, Todestänzen und Schädeln, das Werk. Gerade für diese in seiner Kunst spürbare Brüchigkeit der Existenz erfuhr er breite Anerkennung von ankaufenden Institutionen, Galerien, Sammlern und Weggefährten. Dass die Malerei Horst Heilmann wichtiger war als Selbstrepräsentation schmälert womöglich das Potential seiner Bekanntheit. Nach wie vor verhandelt der beharrlich arbeitende Künstler täglich sein Leben im Atelier. Ob der von den Nazis hingerichtete Vetter, die zerstörten Straßenfluchten in Aleppo oder der Tod der eigenen Mutter, Heilmanns Bewältigungsprozess geschieht mit Acryl, Kreide und Bleistift auf Papier. Da wirken die teils großformatigen Landschaftsbilder wie Ausflüge in heiterere Gefilde und das Durchatmen vor der nächsten Krise.

 

Der Katalog zur Ausstellung ist unter anderem über das Kulturamt erhältlich. Bei Interesse schreiben Sie bitte eine Mail an museen@kempten.de. Der Katalog wird Ihnen dann postalisch zugesandt.

 

SCHATTENRÄUME. Horst Heilmann. Malerei

Mit Texten von Birgit Höppl und des Künstlers

Hrsg. Stadt Kempten (Allgäu) (=Schriften und Kataloge der Museen der Stadt Kempten, Bd. 26), Kempten 2020

ISBN 978-3-88006-352-5

140 Seiten, 87 Abb., 22 EUR

 

Ebenso können Sie sich den Katalog hier ansehen.

 

 

 

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Porträt Horst Heilmann, 2019

!!!Vorzeitiges Ausstellungsende!!!

Information kompakt:

Dauer der Ausstellung:
2. Februar – 29März 2020 (vorzeitiges Ausstellungsende am 15. März 2020)

Ort: Residenz Kempten, Hofgartensaal

Weitere Informationen erhalten Sie von:
Susan Funk
+49 831 2525-250
susan.funk@kempten.de