Stadt Kempten Kempten erleben Die Geschichte Kemptens Freiheit braucht Courage - 500 Jahre Bauernkrieg

COURAGE gestern und heute:
Auch Kempten engagiert sich im grenzüberschreitenden EU-Projekt

Das grenzüberschreitendes EU-Projekt COURAGE verknüpft das Bauernkriegsjubiläum 2025 mit den Grundlagen der Demokratie. Denn so wie vor 500 Jahren breite Bevölkerungsschichten ihre Rechte erkämpfen mussten, so sind Demokratie und soziale Inklusion auch heute nicht selbstverständlich, sondern erfordern das Engagement aller Bürgerinnen und Bürger.
Die Stadt Kempten beteiligt sich unter anderem mit einer Ausstellung, Vorträgen und dem Gedenken an historisch relevanten Orten.

Elf Initiativen, Kultureinrichtungen, Städte und Gemeinden haben sich im grenzüberschreitenden Kulturraum von Oberschwaben, Allgäu bis Vorarlberg zusammengetan, um in den Jahren 2023 bis 2025 an den historischen Kampf breiter Bevölkerungsschichten vor 500 Jahren für mehr Rechte zu erinnern. Es geht aber auch um die Gegenwart: Das Projekt COURAGE möchte Mut machen und Menschen für eine Beteiligung an demokratischen Prozessen mobilisieren. Im Projekt engagieren sich die Regionalentwicklung Vorarlberg eGen, der Heimatbund Allgäu, das Schwäbische Bauernhofmuseum Illerbeuren, die Allgäuer Freilichtbühne Altusried, der Museumsverein Klostertal, das Frauenmuseum Hittisau, der Stand Montafon / Montafoner Museen, der Landkreis Ravensburg, die Städte Memmingen und Kempten sowie die Gemeinde Durach.


Demokratie und Mitbestimmung gestern und heute


Das Bauernkriegsjubiläum im Jahr 2025 nehmen zahlreiche Akteur*innen auf lokaler, regionaler, landesweiter und auch europäischer Ebene zum Anlass, die historische Aufarbeitung voranzutreiben und an das Jahr 1525 zu erinnern. Das Projekt COURAGE versteht sich als wichtiger Baustein: Es verknüpft gestern mit heute. Es setzt dabei auf lokale Geschichte und weitet den Blick über Grenzen hinweg auf den gesamten Kulturraum von Oberschwaben über das Allgäu bis Vorarlberg. Die Projektpartner*innen von COURAGE eint, dass sich in ihren Wirkungsbereichen bedeutende Schauplätze des Bauernkrieges befinden und sie sich für eine Teilhabe und Mitbestimmung aller in der demokratischen Gesellschaft einsetzen. So war beispielsweise die Kramerzunft in Memmingen im März 1525 Versammlungsort der Aufständischen, im heutigen Ortsteil Leubas der Stadt Kempten fand im Juli 1525 eine wichtige Schlacht im deutschen Bauernkrieg statt und die Strukturen gesellschaftlicher Mitbestimmung in Vorarlberg galten seinerzeit als Vorbild.

Die Projektpartner*innen begreifen den Bauernkrieg als Meilenstein im Kampf für Freiheitsrechte in Europa und setzen sich deshalb mit dem Wesen von Demokratie und Freiheit auseinander: Wie funktioniert die Teilhabe an demokratischen Prozessen heute? In welcher Form beteiligt sich jede/jeder persönlich daran? Reicht es, wählen zu gehen? Mit Blick auf die Gegenwart geht es dabei immer auch um die Verletzlichkeit der erkämpften Rechte und die Frage, wie eine demokratische Gesellschaft resilienter werden kann. Das Projekt zeigt letztlich, wie hart breite Bevölkerungsgruppen für ihre Freiheit gekämpft haben und sensibilisiert dafür, dass Mitbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe auch heutzutage nicht selbstverständlich und für viele gesellschaftliche Gruppen noch zu erkämpfen sind.

 

Vielfältige Angebote in den Projektregionen
 

Die elf Initiativen, Kultureinrichtungen, Städte und Gemeinden setzen im Projekt COURAGE auf ganz unterschiedliche Formate für diverse Zielgruppen: Neben zahlreichen öffentlichen Festakten, Vorträgen und Aktionstagen sind u.a. im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren und im Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg thematische Ausstellungen geplant. Einige Projektpartner*innen wie die Stadt Memmingen und die Gemeinde Durach möchten durch Foren Bürger*innenbeteiligungsprozesse in Gang setzen. Der Heimatbund Allgäu arbeitet gemeinsam mit anderen Projektpartner*innen am Aufbau eines Wissenspools. 
Die Allgäuer Freilichtbühne Altusried plant ein großes Theaterstück, das auf Bürger*innenbeteiligung setzt und die historischen Ereignisse in der Region aufgreift. Es sind zudem Kunstprojekte, pädagogische Angebote in Kooperation mit Schulen sowie ein Vorantreiben der historischen Forschung durch Konferenzen und Publikationen geplant. Das Frauenmuseum Hittisau initiiert zum Beispiel unter dem Motto „Frauen, Frieden, Freiheit“ eine internationale Konferenz. Informations- und Gedenkstelen sollen darüber hinaus an historischen Schauplätzen an die Ereignisse und Persönlichkeiten des Bauernkrieges erinnern. Ein zentraler Veranstaltungskalender zeigt die gemeinsamen Aktionen im Jubiläumsjahr auf einen Blick.

 

COURAGE in Kempten – Historische Fakten und zeitgemäße Aufarbeitung


Im Jahr 2025 wird das Projekt COURAGE im Kempten-Museum Einzug halten: Ab Februar werden im Bürgerinnen- und Bürgerraum historische Informationen zu Kempten im Bauernkrieg präsentiert. Auch relevante Objekte in der Dauerausstellung werden auf besondere Weise kenntlich gemacht und mit ergänzenden Erläuterungen versehen. 
Im Kellerkino macht ein Film die Geschichte des Bauerkrieges mit deutlichen Gegenwartsbezügen erlebbar.
Und auch im Rahmen der „Bewegten Donnerstage“, der Vortragsreihe des Kempten-Museums, werden die Leitthemen des Projekts historisch, kulturell und im aktuellen Kontext aufgegriffen.
Ebenso sollen an den authentischen Schauplätzen von 1525 Erinnerungsstelen von wichtigen Ereignissen zeugen. Unter anderem an der Malstatt in Leubas. Dort wird sowohl der ersten Versammlung der Allgäuer Bauern als auch der Schlacht an der Leubas, einer der heftigsten Auseinandersetzungen im deutschen Bauernkrieg am 14. und 15. Juli gedacht. Der Ort, an dem der Allgäuer Haufen, ein Zusammenschluss von Bauern und Handwerkern, sein Lager aufgeschlagen hatte, liegt heute auf dem Gemeindegebiet von Lauben und soll ebenfalls durch eine Stele sichtbar gemacht werden.
Um bereits Kindern und Jugendliche für das Thema Demokratie zu sensibilisieren, werden in Schul- und anderen pädagogischen Angeboten die zentralen Themen des Projekts ¬– ZivilCOURAGE, Demokratie und Freiheit –besprochen und vermittelt. 
 

Initiiert wurde das Projekt COURAGE von Karl Milz, dem Vorsitzenden des Heimatbundes Allgäu; koordiniert wird es von der Regionalentwicklung Vorarlberg eGen, die es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, Synergien zwischen den einzelnen Projektpartner*innen und mit Initiativen über das Projekt hinaus zu nutzen. Das Projekt COURAGE wird im Rahmen des Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein-Programms von der EU kofinanziert. 
 

Ihr Ansprechpartner zu den Aktionen der Stadt Kempten ist Dr. Johannes Schießl im Kulturamt.
Kontakt: Johannes.Schießl@kempten.de

 


 

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