Fachaustausch mit Klaus Holetschek

24.01.2023

Am 12. Januar 2023 durfte die Stadt Kempten den Staatsminister für Gesundheit und Pflege Klaus Holetschek zum Fachaustausch „Entwicklungen und besondere Herausforderungen in der Pflege“ begrüßen. Im Rahmen des Austausches trug sich der Minister außerdem in das Goldene Buch der Stadt Kempten ein.

Beim Gespräch, an dem auch Vertreterinnen und Vertreter der ambulanten und stationären Pflege und des Klinikverbunds teilnahmen, wurden die Themen „Versorgung mit Kurzzeitpflegeplätzen“ und „Personalmangel und damit verbundene Pflege- und Beratungsengpässe“ intensiv behandelt.

Versorgung mit Kurzzeitpflegeplätzen
In der Stadt Kempten gibt es 13 solitäre Kurzzeitpflegeplätze sowie zwei „fix+x“-Plätze. Nach der Pflegebedarfsplanung, welche 2022 fertiggestellt wurde, fehlen derzeit bereits 24 Plätze. Dieser zusätzliche Bedarf wird sich bis zum Jahr 2040 auf 42 Plätze erhöhen. Durch das bereits vorhandene Defizit hat sich sowohl die Entlass-Situation in den Kliniken als auch die häusliche Pflegesituation verschärft, da diese Entlastungsmöglichkeit für pflegende Angehörige ausfällt. Aus diesem Grund suchen die Stadt Kempten und der Landkreis Oberallgäu in Zusammenarbeit mit dem Klinikverbund nach Wegen, um zusätzliche Kurzzeitpflegeplätze zu schaffen.

Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek: „Wir werden immer älter. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, eines Tages pflegebedürftig zu werden oder an Demenz zu erkranken. Darauf müssen wir vorbreitet sein und individuelle Angebote für die Menschen mit Pflegebedarf entwickeln. Denn die meisten Menschen wollen möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Klar ist: Wir brauchen noch mehr Kurzzeitpflegeplätze. Bayern investiert daher weiter kräftig in den Ausbau. So haben wir die Förderhöhe in der Förderrichtlinie „PflegesoNah“ von 70.000 Euro auf 100.000 Euro pro neu geschaffenem Platz angehoben.“

Personalmangel und damit verbundene Pflege- und Betreuungsengpässe
Die Stadt Kempten steht in regelmäßigem Kontakt mit den Trägern von Einrichtungen der Langzeitpflege und der Behindertenhilfe. In beiden Bereichen ist der Personalmangel sehr deutlich. Bereits heute nehmen die stationären Einrichtungen und zum Teil auch die ambulanten Pflegedienste keine Pflegebedürftigen mehr auf. Stationen werden geschlossen, Bewohnerinnen und Bewohner müssen auf andere Stationen umziehen. Häusliche Pflege-Situationen verschärfen sich, weil kein Pflegeplatz in einer stationären Einrichtung oder in einer Kurzzeitpflege gefunden wird.

Minister Holetschek versicherte sein großes Interesse an flexiblen und innovativen Lösungen. Modell- oder Pilotprojekte seien mit passenden Konzepten gut umsetzbar und nannte hier bereits umgesetzte Beispiele. Der Minister sagte: „Ich bin offen für Konzepte, die vor Ort helfen, die bestehenden und noch kommenden Herausforderungen in der Pflege zu meistern. Dabei muss das Wohl der Pflegebedürftigen immer im Fokus sein. Wie beispielsweise bei den „Gemeindeschwester“-Modellprojekten, die wir mit dem Ziel gefördert haben, Pflegebedürftige in deren Haushalte zu beraten, zu unterstützen. Aber auch um Strukturen in der Kommune zu etablieren, die zu einem längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit beitragen können. Auch Community Health Nurses sind ein guter neuer Ansatz.“

Gesundheitsminister Holetschek ergänzte: „Mir ist es ein Herzensanliegen, die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte zu verbessern. Deshalb fördern wir ‚Springer-Konzepte‘ in der Langzeitpflege. Denn Überlastung und Burnout sind Hauptgründe, warum Pflegekräfte ihren Beruf aufgeben. Das wollen wir durch clevere Modelle verhindern. Pflegekräfte müssen sich auf ihren Dienstplan verlassen können, um Arbeit, Familie und Freizeit miteinander in Einklang zu bringen.“

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