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Evaluierung und Fortschreibung Vorbereitende Untersuchungen (VU) „Erweiterte Doppelstadt“

Das Stadtbild Kemptens ist durch das jahrhundertelange Nebeneinander der ehemaligen Reichsstadt und der Fürstabtei Kempten (Stiftsstadt) geprägt. Die noch heute im Stadtbild erkennbare gegensätzliche Grund- und Aufrissstruktur der beiden Stadtkerne macht Kempten zur Doppelstadt, bestehend aus Reichsstadt und Stiftsstadt. Das Gebiet der Doppelstadt ist geprägt durch bedeutsame Gebäude wie der Sankt-Mang-Kirche, dem Kornhaus oder der Residenz. Bei der Sanierung dieses Gebiets gilt es behutsam vorzugehen, um den Charakter der inneren Stadt zu wahren.

In seiner Sitzung am 30.11.2023 hat der Stadtrat die Ergebnisse der Evaluierung und Fortschreibung der Vorbereitenden Untersuchungen „Erweiterte Doppelstadt“ einschließlich der städtebaulichen Leitlinien und der Sanierungsziele als Arbeitsrahmen beschlossen. Zudem wurde die förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets „Erweiterte Doppelstadt“ als Satzung mit einer Frist zur Durchführung der Sanierungsmaßnahmen von 15 Jahren beschlossen.

Eine Vorbereitende Untersuchung (VU) bildet die Entscheidungsgrundlage zur förmlichen Ausweisung eines Sanierungsgebiets. Das aktuelle Untersuchungsgebiet der Evaluierung und Fortschreibung VU Erweiterte Doppelstadt umfasst ergänzend zu der historischen Kernstadt das Quartier um den Stadtpark, die südliche Einkaufsinnenstadt, das südlich an die Burghalde angrenzende Wohngebiet um den Alten Holzplatz, der Bereich Bahnhofstraße bis zum Forum Allgäu, die Straßenräume der Bodman- und Königstraße sowie die Brücken Illersteg und Sankt-Mang-Brücke.

Aufbauend auf dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt Kempten (2014), auf den Vorbereitenden Untersuchungen zur Nördlichen Innenstadt (2012) und zur Erweiterten Doppelstadt (2015) sowie auf den Ergebnissen der in 2022/2023 erarbeiteten Analyse wurden die schon vorliegenden städtebaulichen Leitlinien für das Untersuchungsgebiet Erweiterte Doppelstadt aufgegriffen, fortgeschrieben und aktualisiert.

Im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen Erweiterte Doppelstadt wurde geprüft, ob innerhalb des Untersuchungsgebiets eine Sanierungsnotwendigkeit im öffentlichen Raum und im Bereich privater Immobilien festzustellen ist. Hierzu wurde eine umfassende Analyse des öffentlichen Raumes sowie eine äußere Einschätzung zum Sanierungsstand der Immobilien vorgenommen, die durch eine Eigentümerbefragung qualifiziert werden konnte. Neben Informationen zu den einzelnen Gebäuden konnten so auch wertvolle Einschätzungen und Vorschläge der Bürger:innen in Bezug auf den Umgang mit dem öffentlichen Raum erzielt und zusammengetragen werden.

Auf der Grundlage dieser umfassenden Bestandsaufnahme und einer Stärken-Schwächen-Analyse wurden für das Untersuchungsgebiet städtebauliche Leitlinien und Sanierungsziele definiert und in einer städtebaulichen Rahmenplanung zusammenfassend dargestellt. Ergänzend hierzu wurde für das Gebiet ein Maßnahmenplan einschließlich Zeit- und Kostenplan entwickelt, der insgesamt 37 Maßnahmen umfasst, um die historisch bedeutende Stadtstruktur Kemptens zu erhalten und dauerhaft zu sichern.

Die besonderen Aufgabenstellungen im Bereich der Erweiterten Doppelstadt sind die Erhaltung und Aufwertung der baukulturell wertvollen Substanz, die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums, die integrierte quartiersbezogene und denkmalgerechte energetische Sanierung und die Überwindung von Problemen des fließenden und ruhenden Verkehrs.

Aus den Analyseergebnissen und den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung wurden die folgenden Sanierungsziele für das Untersuchungsgebiet abgeleitet:

1. Erhalt der baukulturell wertvollen Bausubstanz

2. Erhaltung und Aufwertung der historischen Stadträume

3. Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und in den Gebäuden

4. Integrierte quartiersbezogene und denkmalgerechte energetische Sanierung

5. Grün- und Freiflächen attraktivieren und vernetzen

6. Klimaschutz und Klimaanpassung

7. Wohnungsangebot an Bedarfe anpassen

8. Einzelhandel: Erhalt, Neu-Ausrichtung, Transformation

9. Grundlegende Neuordnung des fließenden und ruhenden Verkehrs

10. Kulturviertel entwickeln

 

Die förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets bietet Vorteile für die Stadtentwicklung als auch finanzieller Art für Sanierungsvorhaben. Innerhalb des Sanierungsgebiets werden beispielsweise Fassadensanierung wie Maler- und Putzarbeiten, Fenster, Dach und Wärmedämmung, aber auch Hof- und Freiflächen (Abbruch, Entsiegelung, Außenanlagen) gefördert. Ebenso können steuerliche Vorteile durch erhöhte Abschreibungen geltend gemacht werden.

Weitere Informationen zum Thema Stadtsanierung und Fördermöglichkeiten finden Sie hier

Das förmlich festgelegte Sanierungsgebiet der Erweiterten Doppelstadt finden Sie hier.

Das vollständige Dokument der Vorbereitenden Untersuchungen Erweiterte Doppelstadt finden Sie hier.

Den zugehörigen Stadtratsbeschluss können Sie hier aufrufen. 

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