European Energy Award 2024

Klimaschutz in Kempten - mit Geschichte und Qualität

Klimaschutz in der Stadt Kempten (Allgäu) hat Tradition. Bereits im Jahr 2009 beschloss der Kemptener Stadtrat die Aufgabe „Klima schützen“ als eines von fünf Strategischen Zukunftszielen bis zum Jahr 2020. Im Jahr 2011 erarbeitete das städtische „Energieteam“ ein erstes kommunales Klimaschutzkonzept, das „Integrierte Klimaschutzkonzept Energiezukunft 2020“. Mit Verabschiedung dieses ersten Klimaschutzkonzepts votierte der Stadtrat für eine Teilnahme am European Energy Award (eea), einem ganzheitlichen, umsetzungsorientierten, internationalen Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsinstrument für kommunale Energiearbeit und Klimaschutz. Deutschland- und europaweit beteiligten sich seit den 1990er Jahren bis Ende 2025 mehr als 1.900 Kommunen am eea. Das privatwirtschaftliche Unternehmen Beratungs- und Service Gesellschaft Umwelt mbH (BS&U), das in Deutschland mit der Durchführung des eea betraut wurde, verkündete überraschend zum 31.12.2025 die komplette Einstellung des eea-Programms in Deutschland. Gleichzeitig kündigte die B&SU die Verträge aller eea-Geschäftsstellen, eea-Berater/innen und eea-Auditor/innen.  Mit Ablauf des Jahres 2025 ist eine Weiternutzung der eea-Instrumente (z.B. eea-Managementtool) und die Verwendung des eea-Logos nur noch mit Einschränkungen möglich.

In den 14 Jahren, in denen die Stadt Kempten (Allgäu) am eea teilnahm, wurde zweimal (2012, 2024) eine eea-Auszeichnung sowie zweimal (2016 und 2020) eine eea-Gold Zertifizierung erreicht.

Ab dem 1.1.2026 wird die Stadt Kempten anstelle des eea vorausichtlich das Programm „Klimastadt“ sowie die "ClimateView" Software nutzen, um die Fortschritte in den Bereichen Klimaschutz und Klimawandelanpassung sichtbar zu machen und darzustellen. Das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) hat das „Klimastadt“ Programm in Absprache und Abstimmung mit dem Bayerischen Umweltministerium, der Regierung von Schwaben und den Energieagenturen Bayern und Baden-Württemberg entwickelt. „Klimastadt“ ist als gemeinnütziger Verein organisiert; teilnehmende Kommunen werden Mitglied im Trägerverein und können so die Entwicklung des Klimastadt-Programms mitgestalten. Der Fokus von „Klimastadt“ liegt auf einer positiven Entwicklung der wichtigsten kommunalen Klimaschutzziele wie z.B. der Umstellung auf erneuerbare Energien oder der Reduktion der CO2-Emissionen. Kommunen, die definierte Mindestvorgaben beim Klimaschutz (kommunale Klimaziele müssen mindestens mit den bundesdeutschen Zielvorgaben für Klimaschutz kompatibel sein) erfüllen und bis zu maximal 10 Prozent von ihrem festgelegten Minderungspfad für Treibhausgasemissionen abweichen, werden in einem noch festzulegenden Zeitraum ausgezeichnet.   

Dem „Klimastadt“ Programm zugrunde liegt die sogenannte „Climate View“ Software. Die Stadt Kempten nimmt bereits seit Anfang 2025 an einem Pilotprojekt teil, in dem die Handhabung der „Climate View“ Software eingeübt wird und das Klimaschutzmanagement Daten, die vormals für die eea-Bewertung verwendet wurden, in die „Climate View“ Software überführt. Mithilfe von „Climate View“ werden zukünftig die Fortschritte der verschiedenen Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsmaßnahmen nachvollziehbar dargestellt.

 

 

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