Vereinbarkeit von Familie und Beruf Jungen-Zukunftstag Boys´Day - Mädchen-Zukunftstag Girls´Day Der bundesweite Girls'Day und Boys'Day bietet Mädchen und Jungen einmal jährlich Einblicke in Berufe, in denen Frauen oder Männer unterreprä- sentiert sind. Unternehmen und Institutionen zeigen mit ihrem hohen Engagement ihre Offenheit für Vielfalt und treten dem Fachkräftemangel entgegen. Am diesjährigen Aktionstag, am 3. April 2025, verwan- delte sich beispielsweise die Hochschule Kempten in ein Zentrum für junge Entdeckerinnen: Sie öffnete ihre Türen für insgesamt 51 Mädchen ab 13 Jahren, die einen Tag lang in spannende Felder der Technik und Forschung eintauchen konnten. Mit dem bislang umfangreichsten und abwechslungs- reichsten Programm in über 20 Jahren Girls’Day- Geschichte war dieser Tag ein voller Erfolg. Vielfalt, Praxisnähe und Kreativität standen dabei im Fokus. Die Hochschule bot Workshops aus den techni- schen Fakultäten Elektrotechnik, Informatik und Maschinenbau sowie erstmals spannende Einbli- cke in die Arbeit der Forschungsinstitute an den Außenstellen in Kaufbeuren und Sonthofen. Ob bei der Entwicklung einer eigenen Duftcreme, der Programmierung eines individuellen Stim- mungslichts oder der Gestaltung einer App für Maschinendaten: Die Mädchen konnten Technik hautnah erleben und sich kreativ ausleben. Im 3Devisionlab erfuhren die Teilnehmerinnen, wie Maschinen Objekte erkennen, während sie im Digital Lab moderne Fertigungstechnologien und IT verknüpfen konnten. Auch Nachhaltigkeit kam nicht zu kurz: Wer wollte, konnte sogar eine eigene Solarzelle bauen. „Unser Ziel ist es, Mädchen für technische Berufe zu begeistern und ihnen zu zeigen, welche spannenden Möglichkeiten sie in den Ingenieur- wissenschaften und der Informatik erwarten“, sagt Lisa-Maria Huber, Organisatorin aus der Fakultät Maschinenbau. 15 Die 51 Teilnehmerinnen kamen aus insgesamt vier Schularten und der gesamten Region Allgäu – alle aus der 8. oder 9. Klasse. So war der Girls'Day 2025 an der Hochschule Kempten ein Tag der offenen Türen, voller Inspiration, Praxis und neuen Perspektiven, der zeigte: Technik kann begeistern – und zwar von Anfang an. Einen frühen Ansatz für klischeefreie berufliche Orientierung wählte die Stadt Kempten (Allgäu) dieses Jahr mit einem Format, das bereits in Kin- dergärten und Grundschulen ansetzt. Denn ob in Büchern, Filmen, Computerspielen oder dem pädagogischen Alltag – überall und viel zu oft werden Kinder mit einschränkenden Rollenbil- dern konfrontiert, mit Botschaften, die ihnen vermitteln, wie Jungen angeblich sind und was Mädchen zu interessieren hat. Früh lernen sie, was einen richtigen Mann ausmache und was typisch für eine Frau sei. Das hat Auswirkungen auf ihr späteres Leben, auf ihre Berufswahl und ihre Rollenverteilung in Familie und Alltag. Kurz: Klischees über Erwartungen an das Verhalten der Kinder führen zu Begrenzung ihrer Entwick- lung. Bücher sind ein niedrigschwelliger Einstieg, um mit Kindern über Wahlfreiheit und Rollenkli- schees ins Gespräch zu kommen, um ihnen die Vielfalt der Welt und Lebensformen zu eröff- nen. Mit der Anschaffung von mehreren „Klischeefrei“-Medienkoffern der Initiative kli- sche*esc e.V. und einem kostenfreien Fortbil- dungsangebot laden das Kulturamt, die Gleich- stellungsstelle und die Bibliothek der Stadt Kempten pädagogische Fachkräfte dazu ein, Kin- der in ihrer Verschiedenheit zu stärken, sie bei der Begleitung der Entfaltung ihrer Persönlich- keiten zu unterstützen und eine klischeefreie Berufsorientierung zu ermöglichen. Die Allgäuer Zeitung und Allgäu TV berichteten bereits über die Aktion und zahlreiche Kinder- gärten und Grundschulen zeigten großes Inte- resse und ließen sich bei der Stadtbibliothek auf die Ausleihliste setzen. Alle Informationen dazu sind zu finden unter: https:// bibliothek.kempten.de/ medienkofferklischeefrei