Fortschreibung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts CIRCLE-CHEVRON-RIGHT Hospiz / Palliativ Wer sich mit dem Älter werden beschäftigt, muss sich früher oder später auch mit dem eigenen Tod und dem schmerzlichen Verlust von Zugehörigen beschäftigen. In der Stadt Kempten werden Bürgerinnen und Bürger in diesem schweren Lebensabschnitt nicht allein gelassen. Das AllgäuHospiz, der Hospizverein und ein SAPV Team des Klinikums Kempten beraten und begleiten Betroffene würdevoll auf dem letzten Weg. Der Hospizverein Die hauptamtlichen Palliativfachkräfte des ambulanten Hospizdienstes beraten schwerst- kranke und sterbende Menschen und deren Zugehörige in palliativ pflegerischen Fragen. Sie sind im häuslichen Umfeld, in den Pflegeeinrichtungen sowie in den Kliniken tätig. In allen Bereichen unterstützen derzeit 150 ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und -begleiter Schwerkranke und Sterbende auf ihrem letzten Weg. 2023 wurden 210 Famili- en durch Ehrenamtliche unterstützt. Diese Begleitungen werden durch jährlich stattfin- dende Ausbildungskurse gewährleistet. Eine weitere Säule sind die „Letzte Hilfe Kurse“. Ziel dieser Kurse ist es, Bürgerinnen und Bürger zu befähigen, ihre Angehörigen in den letzten Wochen und Monaten zu begleiten und Wissen über das palliative Versorgungsangebot der Region zu vermitteln. Die Bera- tung zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht ist seit Jahren fester Bestandteil des Angebotes. Zusätzlich zur Sterbebegleitung bietet der Hospizverein Unterstützung auf dem Weg der Trauer. Neben Einzelbegleitungen gibt es verschiedene Gruppenangebote: Î Trauerwandern – ein Weg, wieder in die eigene Kraft zu kommen Î Offene Trauergruppe – Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeit in der Trauer erleben Î Trauerfrühstück – beim gemeinsamen Essen und Trinken in den Austausch kommen In allen Gruppen stehen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erfahrene ehrenamtliche und hauptamtliche Trauerbegleiter zur Seite. Mit einem monatlichen offenen Singkreis lädt der Hos- pizverein Ehrenamtliche, Trauernde und Interessierte ein, miteinander in Kontakt zu treten. Das AllgäuHospiz Palliative Begleitung im stationären Hospiz stellt den Menschen am Lebensende in den Mittelpunkt mit allen und allem, was zu ihm gehört. Dies beinhaltet die medizinische, pflegerische, seelsorgerische und psychosoziale Versorgung der schwerstkranken Patien- ten, im Hospiz Gäste genannt, und ihrer Zugehörigen. Ein Einzug wird empfohlen, wenn die Versorgung für die Angehörigen zu Hause zu umfangreich wird, Schmerzspitzen nicht mehr beherrscht werden, große Verbandswechsel anfallen und professionelle Begleitung benötigt wird. Dafür stehen im Allgäu Hospiz sechzehn helle Einzelzimmer mit Bad und Terrasse zur Verfügung sowie ein multiprofessionelles Team, dessen Herzstück die spezi- ell qualifizierten Pflegekräfte darstellen. Im Vordergrund steht das Bestreben, die letzten Tage so angenehm wie möglich zu gestalten. Leben – bis zuletzt! Die natürlichen Prozesse werden weder beschleunigt noch verlängert, sondern liebevoll begleitet. Jeder Augenblick ist kostbar im Anblick der Endlichkeit. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) Viele Schwerkranke möchten so lange wie möglich in ihrem Wohnumfeld bleiben. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) hilft Menschen bei diesem Wunsch. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten und begleiten Schwerstkranke, die an einer unheilbaren und fortgeschrittenen Erkrankung leiden. Dafür arbeiten sie eng mit den zu- ständigen Hausärzten, Fachärzten, den Pflegediensten, den Hospizvereinen sowie ande- ren Hilfsangeboten zusammen, um die belastenden Symptome der Patienten zu lindern. So soll die bestmögliche Lebensqualität und Selbstbestimmung der Erkrankten und ihrer Familien im heimischen Umfeld erhalten, gefördert und verbessert werden. 43