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Baumschutz und Baumfällung in Kempten (Allgäu)

Bäume in Kempten sind aus vielfältigen Gründen erhaltenswert; es sind nicht alle Bäume geschützt, daher sollte vor einer Fällung abgeklärt werden, ob diese notwendig und genehmigungsfrei möglich ist oder ein Antrag gestellt werden muss. Dieser kann mittels Formblatt oder auch formlos schriftlich beim Amt für Umwelt- und Naturschutz gestellt werden. Wichtig ist die eindeutige Definition des zu fällenden Baumes (genaue Anschrift, Lageplan, Luftbild, Foto) und Angaben zum Antragsteller/Baumeigentümer.

 

 

Warum sind Bäume schützenswert

 

Bäume in der Stadt sind wichtig für ein ausgewogenes Klima, für die Erhaltung von Lebensräumen der Tier- und Pflanzenwelt und die Belebung, Gliederung und Pflege des Orts- und Landschaftsbildes. Die Bäume in unserer Stadt benötigen Pflege. Sie sind vielen Beeinträchtigungen ausgesetzt, vor allem durch Streusalz, Bodenverdichtung, Grundwasserabsenkung, Bodenverunreinigung, Versiegelung, Schäden im Wurzelraum, am Stamm und an der Krone aufgrund Baumaßnahmen, Verkehrsunfälle und Sturm.
Vor der Fällung von Bäumen ist zu prüfen, ob fachgerechte Pflege- und Schutzmaßnahmen möglich sind.

 

Bäume können in Kempten nach folgenden Vorschriften geschützt sein:


• Baugenehmigung - wenn ein Baum als zu erhalten in einer Auflage festgesetzt ist oder eine entsprechende Erklärung in einem Plan mit eingetragenem Baumbestand aufgeführt ist.


• Bebauungsplansatzung - wenn ein Baum lagemäßig im Bebauungsplan auf genommen ist und die Satzung den Erhalt des Baumbestandes fordert.


• Stadtbildsatzung - wenn der Baum sich in einem der in der Satzung über besondere ausgewiesene, homogene oder historische Bereiche auf einem bebauten Grundstück befindet und einen Stammumfang von mindestens 80 cm in einem Meter Höhe über dem Boden gemessen aufweist. Historische Bereiche sind im Einzelnen die Reichsstadt und die Stiftsstadt" und homogene Bereiche sind die „Ortskerne Lenzfried und Heiligkreuz", das "Bodmanstraßen Viertel", das „Haubenschloß-Viertel“, die „südliche Parkstraße“ und die „Ahornhöhe“.


• Naturdenkmalverordnung - In Kempten sind rund 70 Bäume als Naturdenkmal geschützt. Sie werden im Verzeichnis der nach Art. 17 Abs. 2 des Bayer. Naturschutzgesetzes geschützten Flächen und Einzelbestandteile der Natur geführt.


• Landschaftsschutzgebietsverordnungen - In den jeweiligen Verordnungen für Iller, Rottachtobel und Schwabelsberger Weiher sind Schutzvorschriften für Bäume enthalten, z. B. für Wald auf Steilhängen, Mischwald der Auenzone, Flurgehölze usw.


• Bundesnaturschutzgesetz- Aus Gründen des allgemeinen Artenschutzes ist es verboten, in der Zeit vom 01. März bis zum 30. September Bäume, die außerhalb des Waldes oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Zulässig sind schonende Form und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.
Von den genannten Baumschutzvorschriften gibt es Ausnahmen und Befreiungen vor allem für Maßnahmen, die der Verkehrssicherheit dienen. Entsprechende Anträge sind beim Amt für Umwelt- und Naturschutz zur Prüfung des jeweiligen Einzelfalls einzureichen.
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"Rund um die Gartengrenze" - privatrechtliche Regeln für die Rechtsbeziehungen zwischen Grundstücksnachbarn, herausgegeben vom Bayerischen Staatsministerium der Justiz