72. Allgäuer Festwoche feierlich eröffnet

14.08.2023

Mit einem feierlichen Festakt im Stadttheater Kempten in Anwesenheit des Bayerischen Staatsministers für Gesundheit und Pflege, Klaus Holetschek, und mit ungefähr 600 geladenen Gästen aus der gesamten Gesellschaft wurde die 72. Allgäuer Festwoche am Samstag, 12. August 2023 eröffnet.

Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle stellte seine Ansprache unter den Dreiklang „Zeit zum Hinterfragen – Mut für Entscheidungen – Grund für Optimismus“.

 

Die vollständige Rede von Oberbürgermeister Kiechle gibt es hier als PDF.

 

Aufgrund anhaltender Krisen und immer komplexerer Themen, die die Menschen in Deutschland beschäftigen, sieht Kiechle den Zusammenhalt der Gesellschaft auf eine starke Probe gestellt: „Wir spüren und sehen es alle im Alltag: Was über Jahre hinweg funktionierte und aufgebaut wurde, gerät unter Druck. Wir kommen zunehmend in die Situation, Standards hinterfragen zu müssen. Das macht etwas mit unserer Gesellschaft. Der Zusammenhalt wird schwieriger. Aber Schuldzuweisungen, dauerhaftes Lamentieren, Polarisieren ohne konkrete Lösungsansätze – das waren, sind und werden niemals Merkmale von uns Allgäuern!“ Ehrlichkeit sei Kiechle zufolge gefordert und Zuhören sei nötig – genauso wie Zeit zum Hinterfragen: „Wir müssen Zusammenhänge herstellen und erklären, Menschen in den Mittelpunkt rücken und mitnehmen!“


Mut für Entscheidungen sei vor allem für die wirtschaftliche Entwicklung von Bedeutung. „Wir stünden nicht da, wo unsere Region heute steht, wenn nicht Ausdauer, Fleiß und Kreativität das Handeln bestimmt hätten.“

 

Optimismus könne man am besten aus den Stärken der Region und den positiven Entscheidungen für ihre weitere Entwicklung ziehen. Der Oberbürgermeister nannte in diesem Zusammenhang die Zusage für die Erweiterung der Hochschule Kempten, die gelungene Kooperation zwischen Abwasserverband Kempten, ZAK und der Hochschule im Bereich Wasserstoff sowie die gemeinsame Initiative von Kempten und Augsburg in Bezug auf die Präsentation des römischen Erbes beider Städte. 

 

Als ersten Gesprächspartner bat Thomas Kiechle Gerhard Pfeifer, Präsident der IHK Schwaben und Geschäftsführer der Pfeifer Holding GmbH & Co. KG auf die Bühne. Pfeifer lobte die gute Verfassung der Wirtschaft in Bayerisch Schwaben. Seiner Meinung nach werde aber zu viel Verantwortung an den Staat verlagert. „Wir brauchen wieder mehr Eigenverantwortung – und mehr Vertrauen in die Bürgerinnen und Bürger, diese Verantwortung zu übernehmen. Der Mangel an Risikobereitschaft hemmt uns!“

 

Später folgte ein Gespräch mit Professor Dr. Astrid Selder, Dekanin der Fakultät für Soziales und Gesundheit an der Hochschule Kempten. Im Fokus stand der Fachkräftemangel im Sozial- und Gesundheitswesen. Die Professorin fand deutliche Worte: „Wenn das System so bleibt, wie es ist, werden wir die Probleme nicht lösen.“ Ihrer Meinung nach müssten Fachkräfte gezielter eingesetzt werden, Rollen müssten sich verändern. Zudem seien Netzwerke wichtig. Die Stadt Kempten sei mit ihrer starken Quartiersarbeit auf dem richtigen Weg.

 

Im Anschluss hielt der bayerische Gesundheitsminister seine Festansprache. Klaus Holetschek betonte dabei die Stärken der Region. Er bezeichnete das Allgäu als Zukunftsregion, in der es sich gut leben lasse und in der gerade auch junge Leute bleiben wollten. Daher seien Bildung und Innovation die großen Themen. Als Beispiele nannte er die Erneuerung der FOS BOS in Kempten sowie das Berufsbildungszentrum Memmingen. Die Hochschule Kempten solle seiner Meinung nach eine Denkfabrik sein, die Impulse setzt und Blaupausen entwickelt. Er forderte: „Ich möchte, dass die Region offen ist für Ideen. Wir brauchen ein neues Denken in diesem Land. Diese Impulse sollen vom Allgäu ausgehen.“ Zudem kündigte er an, dass für die oft erwähnte Elektrifizierung der Bahnstrecke München – Oberstdorf im nächsten Jahr die Planungen starten sollen.

 

Bevor er die Festwoche offiziell eröffnete, überraschte der Gesundheitsminister Josef Mayr, Vorsitzenden des Hospizvereins Kempten-Oberallgäu mit einer Ehrung. Holetschek überreichte Mayr als Dank für seinen Einsatz die Staatsmedaille für Verdienste um Gesundheit und Pflege.

 

Musikalisch gestaltet wurde die Eröffnungsfeier von der Stadtkapelle Kempten und Patrizia Unger und Toni Eberle vom Theater in Kempten. Die Stadtkapelle Kempten führte die Stücke „Zeitenwende“ von Kurt Gäble sowie den „Optimisten-Marsch“ von Miroslav Juchelka auf. Patrizia Unger und Toni Eberle gaben zwei Klassiker zum Besten: „Somewhere over the rainbow“ und „Ich will keine Schokolade“.

 

Anschließend zogen die Gäste gemeinsam auf die Allgäuer Festwoche. Dort nahm die Bayerische Bierkönigin Mona Sommer den Fassbieranstich vor. Später folgte ein Rundgang über das Festgelände, der seinen Abschluss im Festzelt fand.

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