Johanniter Kinderhaus Illerwichtel erneut zertifiziert
20.04.2026
Das Johanniter Kinderhaus Illerwichtel wurde bereits zum dritten Mal als „Haus, in dem Kinder forschen“ ausgezeichnet.
Seit 2020 trägt die Einrichtung diese Zertifizierung und setzt sich seither kontinuierlich für eine hochwertige frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ein.
Kinder haben viele Fragen: Wie reden Fische miteinander? Warum donnert es? Und wie entsteht das Abendrot? Im Kinderhaus Illerwichtel gehen die Mädchen und Jungen diesen Fragen gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften regelmäßig auf den Grund. Durch eigenes Entdecken, Forschen und Experimentieren erschließen sie sich spielerisch die Welt.
Ein besonderes Projekt im Rahmen der aktuellen Folge-Zertifizierung war das „Ei zum Küken – ein Brutkastenabenteuer“. Dank eines von Eltern bereitgestellten Brutautomaten konnten sechs Eier bebrütet und die Entwicklung der Küken hautnah begleitet werden. Mithilfe einer Taschenlampe beobachteten die Kinder die Entstehung von Blutgefäßen und erkannten, welche Eier befruchtet waren. Schließlich konnten sie miterleben, wie ein Küken schlüpfte: Mit dem Eizahn öffnete es die Schale, begann zu piepen und kam schließlich nass aus dem Ei. Erst am nächsten Tag war es vollständig trocken und flauschig.
Die Kinder waren fasziniert davon, dass ein so kleines Lebewesen in ein Ei passt, und verfolgten gespannt seine weitere Entwicklung. Das Küken wuchs bei einer Kindergartenfamilie auf und wurde regelmäßig in die Einrichtung mitgebracht, sodass die Kinder beobachten konnten, wie daraus ein Hahn wurde.
Auch die Technik des Brutautomaten bot Anlass zum Forschen: Wie funktioniert er? Warum sind Feuchtigkeit und das regelmäßige Drehen der Eier notwendig? Solche Fragen wurden gemeinsam erforscht und diskutiert.
Neben gezielten Projekten haben die Kinder jederzeit Zugang zu einer Forscherecke mit vielfältigen Materialien. Dort können sie eigenständig oder begleitet experimentieren. Viele Entdeckungen finden auch im Freien und bei Spaziergängen statt. Die Begeisterung für das Forschen ist bei den Kindern deutlich spürbar.
Die pädagogischen Fachkräfte bilden sich regelmäßig fort – sowohl bei regionalen Angeboten in Kempten als auch über den Campus der Stiftung Kinder forschen. Diese kontinuierliche Weiterbildung ist eine wichtige Grundlage für die Qualität der Bildungsarbeit.
„Gute frühe Bildung für alle Kinder ist ein wichtiger Baustein für unsere Gesellschaft. Ich danke jeder einzelnen pädagogischen Fach- und Lehrkraft vor Ort, die mit ihrem Engagement dafür sorgt, dass Kinder die Welt entdecken und erforschen können“, betont Dr. Tobias Ernst, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.
Das entdeckende und forschende Lernen stärkt zentrale Kompetenzen wie kreatives, kritisches und problemlösendes Denken. Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen und mit Herausforderungen umzugehen – Fähigkeiten, die für die Zukunft von großer Bedeutung sind und auch von der OECD hervorgehoben werden.
Die Zertifizierung basiert auf festen Qualitätskriterien, die sich unter anderem am Deutschen Kindergarten Gütesiegel orientieren. Sie ist für zwei Jahre gültig und kann anschließend erneuert werden. Für die Teilnahme entstehen den Einrichtungen keine Kosten.
Ausführliche Informationen zum regionalen Fortbildungsangebot gibt es bei Bettina Pfob, Netzwerkkoordinatorin Kinder forschen Netzwerk Kempten, telefonisch unter 0831/2525 5424, per E-Mail an kinder-forschen@kempten.de und online unter www.kempten.de/kinder-forschen.
Bitte beachten Sie: Unsere Durchwahlen haben sich seit 23.10.2020 geändert.