Im ReglerHaus
Vorträge, Film und Diskussionen von 10 bis 19 Uhr
10:15 Uhr - Filmvorführung
Hoffnung auf Freiheit, 1525 - die Bauernerhebung
„Hoffnung auf Freiheit, 1525 - die Bauernerhebung“ ist ein kurzweiliger Dokumentarfilm für ein breites Publikum zu den Geschehnissen vor 500 Jahren in unserer Region. Der Aufstand der bäuerlichen Bevölkerung war im Grenzgebiet zwischen Süddeutschland und Vorarlberg sehr intensiv. Nicht umsonst sprechen einige Historiker: innen von der größten Revolution, die die Region je erlebt hat. Im Film erwecken szenische Darstellungen die Personen, die damals eine zentrale Rolle spielten, erneut zum Leben. Geschichtsforschende erläutern die Ereignisse und ziehen die Verbindung ins Heute.
Der Film entstand im grenzüberschreitenden EU-Projekt COURAGE und ist über das Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein-Programm kofinanziert.
12 Uhr - Vortrag
Das Aussehen der Allgäuer Burgen zur Zeit des Bauernkriegs
Vortrag vom Museumsleiter des Kemptener Burgenmuseums Roger Mayrock
Die wehrhaften Adelssitze im mittelalterlichen Europa - vereinfacht auch Burgen genannt – gehörten im Lauf der Jahrhunderte verschiedenen Besitzern und waren baulichen Veränderungen unterworfen. Gegen Ende des Mittelalters, um 1500, waren einige dieser Burgen bereits verlassen und aufgegeben worden. Andere hingegen wurden umgebaut und modernisiert, um den neuen wehrtechnischen Anforderungen gerecht zu werden.
Auch an den Burgen im Allgäu lassen sich umfangreiche Umbauten und Erweiterungen feststellen. Der Vortrag geht der Frage nach, welche architektonischen Veränderungen sich im Laufe der Zeit ergeben haben und wie die Burgen ausgesehen haben, die den Angriffen der rebellierenden Bauern um 1525 ausgesetzt waren. Roger Mayrock erläutert dies anhand von anschaulichen Darstellungen und Grafiken, die auf den neuesten Erkenntnissen der Allgäuer Burgenforschung basieren.
13 Uhr - Lesung
"das Allgäu" - Text von Otl Aicher
Ein Text von Otl Aicher, einem der prägendsten deutschen Designer des 20. Jahrhunderts, über das Allgäu. Der Text wird gelesen und interpretiert von der Schauspielerin Anke Siefken.
14 Uhr - Film und Talk
"Die Frauen des Bauernkriegs"
Film und Talk mit dem Journalisten Alexander Roth (MDR)
Der Bauernkrieg, der „Aufstand des gemeinen Mannes“ – ohne Frauen wäre er undenkbar gewesen. Erstmals beleuchtet die Doku die Rolle von Frauen in den Unruhen, die sich im Jahr 1525 verdichten. Freiheit, Teilhabe, Selbstbestimmung: Das treibt Frauen wie Katharina Kreutter aus dem thüringischen Mühlhausen oder Margarete Renner, die „Schwarze Hofmännin“ aus Böckingen bei Heilbronn um. Doch den Weg in zeitgenössische Quellen und in die spätere Geschichtsschreibung finden sie nur selten. Eine Spurensuche durch halb Mitteleuropa – aufwändig inszeniert und spannend erzählt.
Der Journalist Alexander Roth zeigt eine 45-minütigen Fassung der Doku "Die Frauen des Bauernkriegs" und gibt im Anschluss einen Einblick, wie die Dokumentation unser heutiges Verständnis von Geschichte beeinflusst.
15:30 Uhr - Podiumsdiskussion
Was bedeutet uns Freiheit heute?
Unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema Freiheit
Die Veranstaltung setzt sich mit aktuellen Herausforderungen und persönlichen Bedeutungen von Freiheit auseinander. Im Mittelpunkt steht die persönliche Perspektive der Referentinnen und Referenten. Anders als bei klassischen Fachdebatten sollen die Teilnehmenden ihre eigenen Meinungen und Erfahrungen teilen, ohne eine bestimmte Institution oder Konfession in den Vordergrund zu stellen. Ziel ist es, unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema Freiheit sichtbar zu machen und zu diskutieren, was Freiheit in der heutigen Zeit für jeden Einzelnen bedeuten kann. Auf dem Podium: Oberbürgermeister Thomas Kiechle, Andrea Krakau (Pfarrerin), Dorothea Löser (Dekanin), Rupert Ebbers (Religionslehrer) sowie Birgit Kata (Historikerin).
17 Uhr - Lesung
"das Allgäu" - Text von Otl Aicher
Ein Text von Otl Aicher, einem der prägendsten deutschen Designer des 20. Jahrhunderts, über das Allgäu. Der Text wird gelesen und interpretiert von der Schauspielerin Anke Siefken.
18 Uhr - Szenische Lesung
Uffschrey und Urgicht: Aus den Akten des Bauernkriegs
In einer dramatischen Lesung wird der Gerichtsprozess gegen Jörg Schmid, genannt Knopf von Leubas, einen der Anführer des Allgäuer Bauernhäufleins, lebendig. Die Lesung basiert auf historischen Verhörprotokollen aus dem Staatsarchiv Augsburg, und dokumentiert neben dem Schicksal eines Einzelnen auch die Beweggründe der Bauernschaft und einen auf beiden Seiten erbarmungslos geführten Krieg. Geschrieben von Wolfgang Griep, gelesen von Christian Kaiser und Annette Wunsch.