Zusammenleben in Kempten bunt und inklusiv gestalten

05.05.2021

Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung rufen Oberbürgermeister Kiechle und der Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Kempten dazu auf, dass Menschen ihre Denkweisen verändern, um eine selbstbestimmte Teilhabe in allen Bereichen des Lebens zu erreichen.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist es dieses Jahr nicht möglich, zum europäischen Protesttag, der jedes Jahr am 5. Mai stattfindet, durch Aktionen und Projekte auf die Belange von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen. Um auch 2021 ein Zeichen für Gleichstellung zu setzen, wurde von mehreren Akteuren, die sich Kempten für das Thema einsetzen, ein gemeinsames Statement abgegeben.

 

Die Stadt Kempten (Allgäu) hat sich 2016 mit der Verabschiedung des Kommunalen Aktionsplans „Miteinander inklusiv Kempten“ (MiK) zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf den Weg zu einer inklusiven Kommune gemacht. Der Aktionsplan ist der Weg zu einem inklusiven und bunten Zusammenleben in der Stadt Kempten.

 

„Ein Ziel in Kempten ist es, alles daran zu setzen, die selbstbestimmte Teilhabe in allen Bereichen des Lebens zu ermöglichen. Damit dies Wirklichkeit wird und bleibt, müssen wir eine Veränderung in den Köpfen der Menschen erreichen. Die Ideen für mehr Barrierefreiheit lassen sich nur dann wirkungsvoll umsetzen, wenn Menschen ihre Denkweisen verändern“, so Oberbürgermeister Thomas Kiechle.

 

Auch die Kommunale Inklusionsbeauftragte der Stadt Kempten (Allgäu), Simone König bestätigt, dass oftmals die größten Hindernisse für mehr Teilhabe in den „Köpfen der Menschen“ existieren. Neben dem Einsatz ganzheitlicher Strategien für sämtliche betroffene Personengruppen sieht sich König der Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der breiten Bevölkerung für das vielfältige Themenfeld der Inklusion verbunden: angefangen bei der Frühförderung, über Schule und Bildung und Wohnen sowie dem öffentlichen Raum bis hin zu Arbeit und Beschäftigung, soziale Sicherheit, Gesundheit, Kultur und Freizeit. Sämtliche Themen verbindet die Tatsache, dass es stets den gesamtgesellschaftlichen nachhaltigen Mehrwert für alle Menschen hervorzuheben gilt und dabei den Fokus mehr auf den langfristen, zukunftsorientierten Nutzen, als auf die unmittelbaren Aufwendungen zu setzen.

 

Das Ziel einer gleichberechtigten gesellschaftlichen Partizipation behalten der Stadtrat der Stadt Kempten, der Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Kempten sowie die Stadtverwaltung Kempten im Kontext der häufig vom Bund und den Ländern vorgegebenen Rahmenbedingungen kontinuierlich gemeinsam im Blick und arbeiten hierzu bei verschiedenen Projekten referats- und ämterübergreifend Hand in Hand. Nicht zu vergessen sind an dieser Stelle die zahlreichen Wohlfahrtsverbände, Institutionen, Träger und ehrenamtlich Tätigen, die sich in der Region mit ihrem hervorragenden Wirken zum Wohle der betroffenen Menschen engagieren.

 

Persönliche Betroffenheit kann sich in ganz unterschiedlicher Form zeigen. Exemplarisch seien an dieser Stelle Mobilitätseinschränkungen, Sinneseinschränkungen, kognitive Defizite oder psychische Erkrankungen erwähnt. Von den jeweils spezifischen Anforderungen für Barrierefreiheit profitieren jedoch meist verschiedene Personengruppen, sei es mit oder ohne Handicap, sei es jetzt oder in der Zukunft.

 

Barrierefreiheit bei baulichen Maßnahmen berücksichtigt

Neben der ganzheitlichen Berücksichtigung der baulichen Barrierefreiheit bei anstehenden Maßnahmen im öffentlichen bzw. öffentlich zugänglichen Raum gibt es auch in anderen Handlungsbereichen Fortschritte in Kempten zu verzeichnen.

 

Mobile induktive Höranlage

Mit der im Jahr 2020 angeschafften mobilen induktiven Höranlage, die im Altstadthaus verortet und für gemeinnützige Veranstalter oder Selbsthilfegruppen ausleihbar ist, können Veranstaltungen für Menschen mit Höreinschränkungen akustisch barrierefrei hergestellt werden. Nähere Informationen finden sich unter auf der Seite des Altstadthauses oder telefonisch unter 0831/2525-5540.

 

Interaktiver Rundgang im Archäologischen Park Cambodunum

Weitere Beispiele sind der neue interaktive Rundgang im Archäologischen Park Cambodunum mit Info-Tafeln und Erklärvideos in Lautsprache und in deutscher Gebärdensprache oder das neu gestaltete Kempten-Museum.

 

Corona-Pandemie bringt neue Hürden mit sich

Die aktuelle Corona-Pandemie betrifft alle, sie stellt jedoch insbesondere für viele Menschen mit Behinderungen eine zusätzliche Einschränkung dar. Neben der besonderen Herausforderung zur Einhaltung der Vorgaben der Infektionsschutzverordnung führen die coronabedingten Maßnahmen und Gegebenheiten mitunter zu einer weiteren Isolation und in der Folge oftmals zu einer Verstärkung des Krankheitsbildes. Es ist erforderlich, Menschen mit Behinderung in dieser Ausnahmezeit besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

 

Die Stadt Kempten (Allgäu) stellt unter www.kempten.de/corona kontinuierlich zahlreiche Informationen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bereit, auch weiterführende Informationen in Leichter Sprache und in Gebärdensprache sowie zu Hilfsangeboten in der Region.

 

„Wir dürfen nicht stehen bleiben. Wir müssen uns fortlaufend mit gemeinsamen Kräften unter Einbeziehung der Perspektive der betroffenen Menschen als Experten in eigener Sache in sämtlichen Themenfeldern für mehr Barrierefreiheit einsetzen und im Rahmen der Möglichkeiten zielorientiert an der Umsetzung weiterarbeiten, denn Stillstand birgt stets die Gefahr eines Rückschrittes in sich“, so Sozialreferent Thomas Baier-Regnery.

 

Auf dem Foto (v.l.n.r.): Oberbürgermeister Thomas Kiechle, Waldemar Ruf (Kommissarischer Ansprechpartner des Beirates für Menschen mit Behinderung der Stadt Kempten) und Simone König (Kommunale Inklusionsbeauftragte der Stadt Kempten)

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