Jetzt die Weichen stellen: Frauen und der digitale Wandel

Der digitale Wandel muss dringend gestaltet werden, damit Frauen profitieren. Zu diesem Schluss kam die Expertinnen-Runde bei der Fachveranstaltung „Frau. Beruf. Digitalisierung.“, organisiert von der Servicestelle Frau & Beruf zum Besuch von Bayerns Arbeitsstaatssekretärin Carolina Trautner.

Die Staatssekretärin nutzte die Gelegenheit, um sich für das große Engagement der Servicestelle zu bedanken: „Bei Ihnen bekommen Frauen, die nach einer Auszeit wieder in den Beruf einsteigen, sich weiterentwickeln oder selbständig machen möchten, wertvollen Rat und tatkräftige Unterstützung – passgenau und ganz individuell!“

 

Die Servicestelle bietet seit über 20 Jahren Beratung für Frauen rund um den Beruf, beispielsweise zu Wiedereinstieg, Aufbau einer Selbstständigkeit oder beruflicher Neuorientierung. Jährlich werden über 90 Frauen begleitet, jede von ihnen in einem individuellen, kostenlosen Coaching Prozess mit mindestens 8 Stunden in Einzelberatung und Seminaren – und das mit großem Erfolg.

 

Teilnehmen dürfen Frauen aus Kempten, dem Landkreis Oberallgäu und dem Landkreis Ostallgäu. Die Servicestelle wird von diesen Trägern im Kooperationsverbund getragen und finanziell unterstützt durch den Europäischen Sozialfonds ESF und das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Die Geschäftsleitung der Servicestelle hat die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kempten, Katharina Simon.

 

Das Thema Digitalisierung wählte die Servicestelle aus aktuellem Anlass: „Über Digitalisierung wird viel debattiert. Da geht es um die Industrialisierung 4.0., um Ängste von Wegrationalisierung, um technische Lösungen durch Künstliche Intelligenz – die Herausforderungen und Chancen für Frauen sind bislang kaum öffentlich debattiert worden. Wenn, dann denkt man bei Frauen & Digitalisierung offenbar lediglich im Kontext Vereinbarkeit“, meint Simon. Und das greife ihrer Meinung nach zu kurz.

 

„Wir werden die Veränderungen durch die Digitalisierung nicht aufhalten können. Aber wir sollten die richtigen Weichen stellen, um die Chancen bestmöglich zu nutzen. Und dabei müssen Frauen unbedingt dabei sein. Sie sollten hier unbedingt mit zu den Gestaltern des digitalen Wandels gehören“, betonte die Staatssekretärin.

 

Welche Auswirkungen die Digitalisierung für Berufsbranchen mit hohem Frauenanteil hat, wie Frauen von einer neuen Humanisierung der digitalen Arbeitswelt profitieren können und welche wichtige Rolle das Thema Qualifizierung dabei spielt, wurde mit einer Expertinnen-Runde aus Wissenschaft, Arbeitgebern, Arbeitsmarkt und betroffenen Frauen analysiert. So wurden auch ganz konkrete Forderungen an Politik, Gesellschaft und Arbeitgeber zusammengetragen, um die Potenziale der Digitalisierung für Frauen zu nutzen und ihre Risiken zu minimieren.

 

Diskutierte Aspekte:

  • Wie werden sich die Anforderungen an Arbeitnehmerinnen durch Digitalisierung in den verschiedenen Berufsbranchen verändern? Wie müssen Arbeitgeber, Politik und Gesellschaft darauf reagieren?
  • Digitalisierung sorgt bei Frauen für mehr Freiraum, flexible Arbeitszeiten, bessere Vereinbarkeit von Familie & Beruf – aber wie kann den Risiken Entgrenzung, Arbeitsintensivierung und Zusatzbelastung begegnet werden?
  • Sind Frauen die Digitalisierungsgewinnerinnen, weil Berufsbrachen mit Personenbezug als resistent gegen digitale Rationalisierungen gelten, da sie schwer durch Technologie substituierbar sind? Und weil künftig verstärkt Softskills im digitalisierten Berufsleben gefragt sind? Oder werden sie zu Digitalisierungsverliererinnen, weil sie beim Gehalt und in technischen Arbeitsbereichen abgehängt werden? 
  • Und was bedeuten die Auswirkungen der digitalen Transformation auf Frauen für Arbeitgeber, Gesellschaft und Region?

Der Fachtag fand am 30. Oktober 2019 statt. Referentinnen waren Dr. Julia König (Ehrenmüller GmbH), Anna-Maria Wassermann und Stephanie Sprick (kößler technologie GmbH), Christina Fromm (Agentur für Arbeit) sowie Katharina Simon (Servicestelle Frau & Beruf).

 

Ansprechperson:

Geschäftsleitung der Servicestelle Frau & Beruf

Gleichstellungsbeauftragte Katharina Simon

E-Mail: Katharina.Simon@kempten.de

www.kempten.de/frau-und-beruf

 

 

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