Künstlerin führt durch die Kunstausstellung

13.08.2018

Brigitte Hafer, Kunstpreisträgerin der diesjährigen 69. Kunstausstellung im Rahmen der Allgäuer Festwoche, führt persönlich durch die Ausstellung im Alpin-Museum. Am Dienstag, 14. August, und am Donnerstag, 16. August, um jeweils 15 Uhr, stellt die Künstlerin ihre Sicht auf ausgewählte Werke vor.

Die 69. Kunstausstellung findet von Samstag, 11. August, bis Sonntag, 30. September, im Alpin-Museum statt. In diesem Jahr dauert die Ausstellung erstmals länger. So haben auch Schulklassen die Möglichkeit, sich zu Beginn des neuen Schuljahres mit zeitgenössischen, künstlerischen Positionen auseinanderzusetzen.

Öffnungszeiten

Während der Festwoche (11. bis 19. August) ist die Ausstellung täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Von Dienstag, 21. August bis Sonntag, 30. September 2018 kann sie immer von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 16 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

 

Öffentliche Führungen und Schulklassenführungen

Öffentliche Führungen finden jeden Sonntag um 13 Uhr statt und sind kostenlos. Jeden zweiten Donnerstag gibt es um 12.15 Uhr „Kunst am Mittag“: Im Anschluss an die Führung erhalten alle Teilnehmer einen Pausensnack, Kosten: vier Euro. 

Schulklassenführungen  sind buchbar unter Telefon 0831/2525-369.

 

Mitmachprogramm „Kunst unter der Lupe“

Auch in diesem Jahr können Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren im Rahmen des Mitmachprogramms die Kunstausstellung  „unter die Lupe“ nehmen und mit einem Kunstpädagogen gemeinsam erforschen. Im Anschluss haben sie dann die Möglichkeit, selbst den Pinsel zu schwingen und zu Künstlern zu werden.

Die Termine sind: Samstag, 11. August und Mittwoch, 15. August von 10 bis 13 Uhr sowie Mittwoch, 22. August, Dienstag 28. August, Samstag, 22. September, und  Samstag, 29. September von 13 bis 16 Uhr. Kosten: vier Euro pro Kind. Auch für Gruppen bis 15 Kinder buchbar, Anmeldung unter Telefon 0831/2525-369.

 

Im Ausstellungskatalog kann man hier blättern und sich einen ersten Eindruck verschaffen.

 

Insgesamt haben 252 Kunstschaffende, 115 Künstler, 135 Künstlerinnen und zwei Künstlergruppen, 433 Werke eingereicht – Malerei mit 210 Werken, Plastik und Skulptur mit 67 Werken, Grafik mit 54 Werken, Fotografie mit 58 Werken, Bildobjekt mit 41 Werken und Video mit drei Werken. Von den 78 Werken, die ausgestellt werden, gehören 30 Werke zur Malerei, 18 Werke stammen aus der Rubrik Plastik/Skulptur, zwölf Werke der Grafik, acht Fotoarbeiten und zehn Bildobjekte.

 

Die siebenköpfige, hochkarätig besetzte Jury hat die eingereichten Werke begutachtet, diskutiert und am Ende entschieden. Es war ein spannender Prozess, aus dem eine attraktive Ausstellung hervorgegangen ist. Gezeigt werden 78 Werke von 68 Kunstschaffenden, davon 34 Künstlerinnen, 33 Künstler und eine Künstlergruppe. Alle vier ausgelobten Preise wurden zuerkannt:

- der Kunstpreis der Stadt Kempten (Allgäu), dotiert mit 5.000 EUR
- der Thomas-Dachser-Gedenkpreis, dotiert mit 4.000 EUR
- der Förderpreis aus der Dr.-Rudolf-Zorn-Stiftung, dotiert mit 3.000 EUR sowie
- das Ausstellungsstipendium der Sparkasse Allgäu, dotiert mit 2.000 EUR und der Möglichkeit einer einmonatigen Einzelausstellung in der Kunsthalle.

 

In diesem Jahr gingen alle vier Auszeichnungen ausschließlich an Künstlerinnen:

 

Kunstpreis der Stadt Kempten (Allgäu)

Die Jury beschloss, den Kunstpreis der Stadt Kempten (Allgäu) an die in Wien geborene und seit 1975 im Allgäu lebende Künstlerin Brigitte Hafer für ihre zweiteilige Arbeit „Gestreift“ und „Zum Lesen gestreift“ zu verleihen.

Brigitte Hafer, Jhg. 1944, geboren in Wien

Nach einer Lithografenlehre studierte Brigitte Hafer an der Akademie der Bildenden Künste München, zunächst Malerei bei Prof. Franz Nagel, dann Malerei und Kunsterziehung bei Heinz Butz. Nach dem Referendariat 1973 in München und Amorbach arbeitete Hafer zunächst als Studienrätin an den Gymnasien Marktoberdorf und Türkheim und ab 1982 in der Freien Waldorfschule Kempten. Seit 2000 ist sie freischaffende Künstlerin und Mitglied im BBK Allgäu/Schwaben Süd. Brigitte Hafer beteiligte sich regelmäßig an regionalen Gruppenausstellungen in Füssen, Irsee, Immenstadt, Kempten, Pfronten und Oberstdorf. Einzelausstellungen führten sie 1996 nach Darmstadt (Rathaus Rossdorf), 1998 nach Berlin (Kasper Hauser Therapeutikum) 2010 nach Stuttgart (Filderklinik) und 2011 nach München (Senatssaal TU).

Brigitte Hafer über ihre Arbeiten:

Die Motivation zum Malen?  Das „Motiv“, ist es gleichgültig? GLEICH GÜLTIG sind die Ordnungsprinzipien: die Senkrechte – die Waagrechte. Sie bilden das Format des Bildes. Steht man davor, betrachtend oder malend, wird man Teil dieses Prinzips. Lebt in der gemalten Linie etwas von der unermesslichen unendlichen Weite der Horizontalen schlechthin? Mir ist das beim Malen dieser Bilder der Ausgangspunkt. Der Kreuzungspunkt von "Hier und Jetzt"! Seitlich streng begrenzt, reihen sich in vertikaler Richtung – rhythmisch bewegt – die gemalten Waagerechten aneinander. Nach unten zunehmend dunkler, dem Gesetz der Schwere gemäß. Eine fortlaufende Abfolge von „Grund und Motiv“!

Begründung durch die Jury:

Die zwei Gemälde stehen stellvertretend für ein konsistentes Lebenswerk. Im Laufe der Jahrzehnte hat die Künstlerin eine Bildsprache entwickelt, die konsequent von Reduktion und Konzentration gekennzeichnet ist. Horizontal gegliederte Bildflächen verwandeln sich in ein lebendiges wie auch ruhiges und meditatives Strukturfeld. Die fein nuancierten Linien changieren zwischen Licht und Schatten und vermitteln frei fließende Bewegungsverläufe und einen sensiblen Umgang mit Farbe. Spuren gelebter Zeit spiegeln sich in der Handschriftlichkeit, nicht nur als ein einziger Moment, sondern das ganze Leben. Es ist sinnliche Minimal-Art, die Brigitte Hafer hier zeigt. Die Werke drücken eine starke Präsenz und Emotionalität aus. Es sind sinnliche wie auch geistige Wahrnehmungs- und Erfahrungsräume, die von der Betrachterin/von dem Betrachter eine konzentrierte und kontemplative Bildbetrachtung fordern.

 

Thomas-Dachser-Gedenkpreis

Der Thomas-Dachser-Gedenkpreis 2018 wird an Isolde Egger aus Bad Wörishofen für ihre Keramik „Der Fall des Bauern“ verliehen. Isolde Egger, Jhg. 1943, geboren in Schwäbisch Gmünd

Seit 1972 ist Isolde Egger als freischaffende Innengestalterin in Bad Wörishofen tätig. Sie ist Gründerin der Skulpturenschau „Kunstfrühling“ in Bad Wörishofen und leitete diese bis 2016. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt Isolde Egger vorwiegend an der Sommerakademie Bad Reichenhall, bei Prof. M. Lüpertz, in der Meisterklasse Prof. H. Schmalix, bei Jutta Hass und bei Endy Hupperich. Zuletzt war Egger Meisterschülerin für Malerei bei Martin Praska an der Kunstakademie Bad Reichenhall.

Seit 1995 schreibt sie außerdem Drehbücher, führt Regie und ist als Bühnenbildnerin für die Theatergruppe Frankenhofen tätig. In Einzelausstellungen waren ihre Werke im Deutschen Herzzentrum und in den 5-Höfen München sowie in Ottobeuren, Mindelheim, Bad Wörishofen und Landsberg am Lech zu sehen. Egger beteiligte sich an zahlreichen Gruppenausstellungen im Allgäu, in ganz Bayern, Baden-Württemberg und bis nach Österreich, in die Schweiz und Italien. Zuletzt 2018 bei „Blickfang“ im Kunsthaus Kaufbeuren.

Isolde Egger über ihre Arbeit:

Nachdenklich sitzt der nackte alte Bauer vor seinem genmutierten Kohlrabi. Neben dem schmutzschleudernden Coca-Cola-Turm liegt ein Fastfood-Hamburger. Der Kopf der Freiheitsstatue rollt die Treppe herunter. Ein Menschlein mit Herz versucht die Welt zu retten. Ignoranz und Protzfrisur krönen den Doppelkopf. Der alte Zopf ist ab. Die Bauern-Schachfigur ist auf den Schweinskopf gefallen.

Eine zeitkritische Keramik, die aber auch zum Schmunzeln einlädt. Sie kann einen politischen Kommentar abgeben, Abstraktes darstellen, sexuelle Beifügungen haben, rätselhaft oder humorvoll sein, Surrealistisches zeigen oder auch Begebenheiten aus meinem privaten Umfeld. (…) Auf allen vier Seiten des Werkes ergibt sich ein neuer Einblick in eine Theaterszene. Eine Tragödie oder Komödie? Hat der Bauer sein letztes Hemd verloren, weil er jetzt auf Bio umstellt? Der Totenschädel signalisiert Gefahr, Tod und Warnung, wovor? (…) Die Wahl der einzigen Farbe – Hochglanz schweinchenrosa – ist für die Gesamtkomposition wichtig, es ergibt eine Konzentration auf das Formale, Figurative. Das Rosa wiegt einen in Wohlfühlstimmung, legt sich guttuend aufs Gemüt, bringt Kindheitserinnerungen hervor. Unangenehmes wird durch die rosa Glasur als akzeptabel empfunden. Hässliches wird plötzlich interessant. Das Böse erhält einen Zuckerguss. (…).

Begründung durch die Jury:

Die Künstlerin Isolde Egger gestaltet mit traditioneller Technik einen eigenen vielschichtigen und erzählerischen Bildkosmos mit vielen Bezügen zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen. Durch die vielseitige Motivik und Kombination unterschiedlicher Bildelemente werden die Betrachterinnen und Betrachter eingeladen, die Bedeutung des Werks von allen Seiten zu entschlüsseln. Bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass in dem Werk Zeugnisse des Alltags, vor allem der Popkultur, mit traditionsreichen Vanitassymbolen kombiniert werden. Die Künstlerin hat den Mut zur Einfarbigkeit und schafft so ein skurriles Stillleben, eine unterhaltsame Kombination von Humor und Ernsthaftigkeit, das zum Nachdenken über die eigene Existenz anregt.

 

Förderpreis der Dr.-Rudolf-Zorn-Stiftung

Die in Kaufbeuren geborene und in Germering lebende Künstlerin Julia Vodermeier wird für ihre zweiteilige Arbeit „verbinden“ mit dem Preis für junge Künstler der Dr.-Rudolf-Zorn-Stiftung 2018 ausgezeichnet.

Julia Vodermeier, Jhg. 1981, geboren in Kaufbeuren

Während ihres Lehramtsstudiums an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und dem Studium der Neueren deutschen Literatur und der Geschichte an der Freien Universität Berlin beschäftigte sich Julia Vodermeier intensiv mit künstlerischen Prozessen und führt dies nun auch neben ihrer beruflichen Tätigkeit als Redakteurin fort. Seit 2011 fertigt sie freie Zeichnungen mit Tuschestiften an und setzte für ihr Buchprojekt „Mein Chamäleon“ eines ihrer Gedichte in detailreiche Schwarz-Weiß-Zeichnungen um.

In diesem Jahr waren ihre Arbeiten bereits bei den Gruppenausstellungen „69. Große Schwäbische Kunstausstellung“ in Augsburg und „Aktuelle Kunst im Museum“ des BBK Allgäu/Schwaben-Süd im ehemaligen Kloster St. Mang in Füssen zu sehen. Im Rahmen der Füssener Ausstellung erhielt sie für ihre Zeichnung „Schweben“ den „Füssener Förderpreis für junge Kunst“.

Julia Vodermeier über ihre Arbeit:

In meiner Art zu zeichnen geht es mir darum, mich der Zeit und den ihr innewohnenden unterschiedlichen Impulsen anzuvertrauen, um mich in der Zeit zu spüren, in ihr wahrzunehmen und zu verankern. Ich zeichne auf den Rhythmus unterschiedlichster Musik sowie auf den Rhythmus der Stille. Wie ein Seismograph mache ich die inneren Bewegungen sichtbar, die mein Atmen, mein Herzschlag, mein Fühlen und Denken entstehen lassen. Dabei wachsen Gebilde von zerbrechlicher Verletzlichkeit und gleichzeitig spürbarer

Stabilität.

Die zweiteilige Zeichnung „verbinden“ ist ein Einzelwerk und nicht Teil einer Serie. Ich arbeite „intuitiv“, d.h. während ich zeichne, kristallisieren sich verschiedene Empfindungen immer deutlicher heraus. Ich zeichne „von allen Seiten“ und lege mich nicht von vornherein auf eine bestimmte Perspektive bzw. ein bestimmtes Format fest. (…) In „v e r b i n d e n“ geraten für mich die beiden eigenständigen und voneinander getrennten Gebilde sowie der scheinbar leere Raum um sie herum in Bewegung. Jeder Betrachter nimmt dabei eine andere Qualität der Bewegung wahr. Auch die in den Zeichnungen angelegten und durch sie evozierten Begriffe und Gedankenkonzepte wie „Getrennt sein“, „Isoliert sein, „Einsam sein “, „Sich verbinden wollen/müssen“ werden in Bewegung versetzt und öffnen sich damit neuen Deutungszusammenhängen.

Begründung durch die Jury

Das Werk von Julia Vodermeier besteht aus zwei Teilen, die sich wie Wörter ergänzen und einen fast lyrischen Gedankenraum öffnen. Es findet eine Reduktion und Konzentration auf Stift und Linie statt. Die Linien wirken schwebend. Ihre verdichteten Strukturen erinnern an organische Elemente und rufen Assoziationen an Fragmente von Federn oder Fingerabdrücken hervor. Das Werk besitzt eine besondere Zartheit, ist authentisch und konzentriert. Nichtsdestotrotz ist ihm ein Studiencharakter eigen, der an Blätter aus einem Skizzenbuch denken lässt. Die handschriftliche Präzision wie auch sinnliche Präsenz stehen der Digitalisierung und der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit entgehen. Die Jury möchte mit dem Förderpreis den weiteren Werdegang der Künstlerin unterstützen.

 

Ausstellungsstipendium der Sparkasse Allgäu

Das 2017 erstmals verliehene Ausstellungsstipendium der Sparkasse Allgäu geht in diesem Jahr an Elisabeth Bader aus Augsburg für ihre Skulptur „Wellenbrecher faviidaeisch“.

Elisabeth Bader, Jhg. 1978 geboren in Kempten

Nach dem Abitur 1997 am Allgäu-Gymnasium in Kempten studierte Bader von 1998 bis 2004 Kunstpädagogik und Sonderpädagogik/Gehörlosenpädagogik an der LMU in München und von 2004 bis 2005 Malerei, Radierung und Lithographie an der Facultad de Bellas Artes, Universidad Complutense de Madrid. Von 2005 bis 2007 arbeitete sie am 4. Europäischen Kunstpreis EUWARD 2007 (Förderpreis für Künstler mit geistiger Behinderung) mit. Die Anzahl ihrer Preise im Allgäuer Raum ist beachtlich: 2010 Kunstförderpreis der Dr.-Rudolf-Zorn-Stiftung Kempten sowie der Familie Paul Breitkopf-Preis Marktoberdorf, 2012 Kunstpreis der Skulptura 12 Buxheim, 2013 Skulpturen-Sonderpreis Irsee (Gemeinschaftswerk mit W. Becker), 2016 Füssener Förderpreis für junge Kunst und zuletzt 2018 den Krumbacher Kunstpreis. Seit 2011 beteiligt sich die Künstlerin an vielen Gruppenausstellungen von Kempten, über Augsburg bis Berlin. Zu ihren wichtigsten Einzelausstellungen zählen: 2017 "Wenn ich das wüsste" im Rathaus Stadtbergen sowie 2016 "Gratwanderung" im Kleines Kunstforum 9c in Kempten und "Stille finden" im Kunstverein Neckar-Odenwald.

Elisabeth Bader über ihre Arbeit:

Ausgangspunkt vieler meiner Arbeiten der letzten Jahre sind akribische Beobachtungen in der Natur, die ich anschließend in Zeichnungen, Collagen oder Objekte transformiere. Sobald mich ein Themenkomplex fesselt, sammle ich zusätzlich Fachinformationen. Mir sind nicht nur die äußeren Erscheinungsbilder von Flora und Fauna sowie die darin beobachtbaren Vorgänge für meine künstlerische Arbeit von Bedeutung. Mich interessieren die komplexeren Zusammenhänge, das Wie und Warum im ökologischen System. Welche Rolle spielen darin jeweils wir – die Menschen? Ich suche Antworten und finde noch mehr Fragen. Es ist ein langsames Vortasten, zeichnen, bauen, bis ich das Thema – vorerst – für mich erarbeitet habe. (…)

Ich möchte, dass Betrachter stehen bleiben, stutzen, schmunzeln oder irritiert sind, ihre eigenen Assoziationen und Gefühle entstehen lassen.

„Wellenbrecher faviidaeisch“ nimmt Bezug auf Hirnkorallen, die mit ihren äußeren wulstigen Windungen an Gehirne erinnern. Korallen sind faszinierende Wesen. Hochempfindlich bei Umwelteinflüssen, oft uralt und ein Lebensraum für tausende Fische und Pflanzen. (…) Mein Wellenbrecher ist geschaffen aus Wachs- und Drahtresten, ein paar Fäden, sowie vielen Klein- und Kleinstmaterialien. (…) Der Einsatz von Wegwerfmaterial in der künstlerischen Gestaltung bedeutet für mich die Wichtigkeit der Mehrfachverwendung von scheinbar nutzlos Gewordenem, doch mir Wertvollem. Mein Grundethos ist Achtung und Respekt vor der Natur und ihren Geschöpfen.

Begründung durch die Jury

Das skulpturale Werk zeigt das Spiel mit Alltagsmaterialien und einen sehr sensiblen Umgang mit Raum. Es hat einen schwebenden, leichten und artifiziellen Charakter. Von weitem sieht es sehr fein und edel aus, von Nahem jedoch entdeckt man kleine Einschlüsse von Materialresten wie Fäden, Draht und auch Schmutzpartikel. Die Form bekommt dadurch etwas Stoffliches, Organisches, Amorphes und löst Assoziationen in viele Richtungen aus, vor allem auch zur Natur, wie beispielsweise zu den Faviidae, den in den tropischen Meeren lebenden Steinkorallen. In ihrem ambivalenten Charakter zwischen einer Harmonie der naturhaften Form und dem artifiziellen Charakter der Materialien sind der Skulptur auch Verweise zur Ökologie eingeschrieben. Das Werk zeigt einen neuen Ansatz der Künstlerin und ist zugleich Beweis für ihre kontinuierliche künstlerische Weiterentwicklung. Es macht neugierig darauf, was noch kommen wird.

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