Themenführungen im Allgäu Museum
Religion, Volksglaube und Aberglaube im Mittelalter
Die Herausbildung eines Volksglaubens ist elementarer Bestandteil allen großen Religionen. So hat auch der Katholizismus eine große Bandbreite volkstümlicher Vorstellungs- Frömmigkeitsformen entwickelt. Die religiöse Volkskunst reflektiert Erfahrungen des leidenden wie des hoffenden Menschen, die ihren Niederschlag in Bildern und Zeichen gefunden haben. Alltagspraktische Lebensregeln, kirchliche Heilslehre und magisches Denken ergeben einen komplexen Zusammenhang.
Hierzu gehören Themenbereiche wie Bruderschaften, Reliquien und Heiltümer, Wallfahrtswesen und Pilgerreisen, Heiligenverehrung, Heilige Zeichen, Riten, aber auch Hexenglaube und Magie.
Biedermeier – Zeit des Friedens und der Romantik
Die napoleonischen Kriege, welche ganz Europa erschütterten, endeten 1815 mit der Verbannung Napoleons auf die Insel Sankt Helena im Südatlantik. Die folgende kurze Epoche der Ruhe und des Friedens ist unter dem Namen Biedermeierzeit zum Inbegriff geworden für Lebensart, Bildung, Humanität, Kunsthandwerk, Musik, Literatur, Poesie und den Wunsch nach Harmonie.
Vieles, was in diesem relativ kurzen Zeitabschnitt von ca. 30 Jahren den Lebensstil geprägt hat, ist erhalten geblieben und wird auf einem Gang durch das Museum vorgestellt. Diese Exponate erzählen in ihrer Reichhaltigkeit Geschichten aus dem Alltag Kemptener Familien. Geschichten von der Beschäftigung mit den schönen Dingen des Lebens. Geschichten von Empfindsamkeit und Feingefühl. Geschichten von Familie, Gesellschaft und Gepflogenheiten voll Symbolismus und Sinnbildern. Geschichten aber auch von Arbeit, Broterwerb und früher Industrialisierung.
Das Zunftwesen in Kempten
Seit dem Hohen Mittelalter gab es, zumeist in Städten, Vereinigungen von Handwerkern. Diese sogenannten Zünfte wahrten die gemeinsamen Interessen ihrer Mitglieder. Sie nahmen aber auch Aufgaben in sozialen, kulturellen und sogar in religiösen Bereichen wahr. Ein wesentlicher Punkt war zudem die politische Einflussnahme in die Stadtversfassung Strenge Satzungen definierten und regelten die Organisation der Zünfte und die Aufgaben und Pflichten ihrer Mitglieder. Dabei wurde Ritualen und strengen Bräuchen große Beachtung eingeräumt. Jede Zunft hatte ihr Zunfthaus oder ihre Zunftstube. In den Zunftladen oder Zunfttruhen sind wichtige Dokumente aufbewahrt und streng gehütet worden. Außerdem hatte jede Zunft ein besonderes Erkennungssymbol, das sogenannte Zunftzeichen.
Diese Vereinigungen waren nur den Handwerkern vorbehalten. Kaufleute waren ähnlich organisiert. Jedoch wurden ihre Zusammenschlüsse Gilden genannt.
Handwerk in alter Zeit – Von Beinringlern, Haftelmachern und Fingerhütern
Anhand von Ausstellungsstücken werden alte, heute eher unbekannte Berufe, neu beleuchtet. Denn wer weiß schon dass ein Beinringler Knochen auf der Drechselbank bearbeitete und dass diese flachen Beinringe die Vorläufer der Rosenkranzkugeln waren? Und wer hätte gewusst, wodurch ein Fingerhut seine Mulden bekam oder warum der Drahtzieher bei der Arbeit auf einer Schaukel saß?
Auch von Kemptener Kammmachern und Kartenmachern wird berichtet und darüber, wie aus einem Glasballon eine Fensterscheibe oder ein Spiegel entstand. Dass die Schmiede ihre Werkstätten meist außerhalb der Stadtmauer hatten, dass Müller als unehrlich galten und und und.
Am Ende dieses spannenden Rundgangs wird über grausame Strafen für unehrliche Handwerker sowie über den unehrenhaft Beruf des Scharfrichters erzählt.
Die unterhaltsame Themenführung dauert ca. 1 Stunde.
Sie richtet sich an interessierte Erwachsenen- und Schülergruppen.
Ringleinschmied und Pillendreher – Goldschmiede und Apotheker in alter Zeit
Die zweiteilige Führung beschäftigt sich mit Kunsthandwerk und Heilwesen im alten Kempten.
Seit dem Mittelalter waren Gold- und Silberschmiede in Kempten ansässig und betrieben hier ihr Handwerk. Anhand eines goldenen Deckelbechers aus dem 16. Jahrhundert als besonders schönes Beispiel der Kunst Kemptener Meister, wird über die künstlerische Verarbeitung von Gold und Silber zu Schmuck, Geräten Gefäßen und Plastiken berichtet. Zudem erfährt der Besucher interessante Details zur Geschichte dieses Handwerks vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.
Im zweiten Teil beschäftigt sich die Führung mit den Anfängen der Heilkunst und mit der Entwicklung des Berufsstandes des Apothekers vom ausgehenden Mittelalter bis in unsere Zeit. Wobei die Hofapotheke der ehemaligen Fürstabtei Kempten besondere Berücksichtigung erfährt.
Kempten in alter Zeit. Zwei Städte, zwei Mächte - Fürstäbte und Bürgermeister
(ausführliche Informationen folgen)
Das Allgäu-Museum – Die ganze Vielfalt der Allgäuer Kultur
Bei dieser Führung werden alle Abteilungen und Bereiche dieses großen zentralen Museums für das Allgäu gezeigt.
Die öffentlichen Themenführungen im Allgäu-Museum jeden Sonntag um 14 Uhr sind kostenfrei. Es muss lediglich der Museumseintritt bezahlt werden. Erwachsene 2,50 € / erm. 1,25 € / Schüler im Klassenverband 0,50 €). Gebuchte Gruppenführungen kosten 30,00 € für eine Gruppe bis max. 20 Personen.
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