Ausbau der Memminger Straße
Zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in der Memminger Straße zwischen dem Adenauerring und der Rottachstraße hat die Stadt Kempten im Jahr 2007 eine Verkehrszählung durchgeführt und Planungsempfehlungen durch ein Verkehrsgutachten erarbeiten lassen. Ziel dieser Untersuchung war die Erhöhung der Leistungsfähigkeit der beiden Einmündungen Äußere Rottach und Lotterbergstraße sowie am Knotenpunkt Memminger Straße / Rottachstraße unter Berücksichtigung der Verkehrsverlagerungen im Zuge der Nordspange. Gerade die Verkehrsprognosen zur Nordspange zeigen grundsätzlich eine Verkehrszunahme im Zuge der Memminger Straße und eine Abnahme in der Rottachstraße. Ziel der Ausbauplanung ist somit neben der Erhöhung der Leistungsfähigkeit auch bauliche Vorkehrungen zu treffen um eine Verkehrsverlagerung von der Memminger Straße auf die Rottachstraße zu erzielen. Mit diesen Erkenntnissen hat das Tiefbauamt nachfolgend beschriebene Planungen erarbeitet.
Planungsvorgaben:
Das Ziel der Planung ist, einen großen Teil der Verkehrsbelastung von der Memminger Straße weg zur Rottachstraße zu verlagern. Deshalb wurde die Rottachstraße 2007/08 bereits so umgebaut, dass die erforderlichen Kapazitätsreserven entstehen. Das gleiche gilt für die beiden Knoten mit dem Adenauerring (sowohl mit der Memminger Straße als auch mit der Rottachstraße) Bereits 2004/05 wurden diese für die künftige Verkehrs-situation umgestaltet und mit einer modernen verkehrsabhängigen Lichtsignalsteuerung ausgestattet.
Der nächste und auch wichtigste Schritt ist die Neugestaltung des Knotens vor der Michaelskirche.
Planung im Einzelnen:
Stadteinwärts:
Bisher führen zwei Fahrspuren ab der Oberwanger Straße zur Kreuzung. Vor dem Haltebalken sind heute die Rechtsabbiegespur zur Memminger Straße, die Geradeausspur zur Rottachstraße und die Linksabbiegespur zur Straße „Beim Floßerhäusle“ bzw. „Auf der Breite“ markiert.
Die Signalisierung gibt der Rechtsabbiegerspur einen Vorlauf von bis zu 22 Sekunden pro 90 Sekunden-Umlauf. Weil augenscheinlich der Verkehr in dieser Richtung frühzeitiger und schneller abfließt, ensteht eine ´Sog´-Wirkung in die Memminger Straße.
Die Linksabbiegespur in Richtung „Auf der Breite“ wird von max. 5 Kfz/h (und durchschnittlich von 2 Kfz/h) benutzt.
Die Neuplanung sieht vor:
- Die Vorlaufzeit wird ganz gestoppt (oder mindestens wesentlich gekürzt).
- Die Linksabbiegespur entfällt, da die vernachlässigbar geringe Frequentierung problemlos über die Abbiegemöglichkeiten beim „Scharfrichter“ bzw. vor der Polizei in die Straße „Auf der Breite“ erfolgen kann.
- Die Geradeausrichtung (in die Rottachstraße) erhält zwei (durchgehende) Fahrspuren wie sie bereits in der Rottachstraße vorhanden sind. Dazu muss die Dreiecksinsel an der Einmündung der Memminger Straße verkleinert und verschoben werden.
Beide Geradeaus-Aufstellspuren beginnen bereits nach der Oberwanger Straße. Die Rechtsabbiegespur wird gekürzt.
Damit wird sich eine messbare Verkehrsverlagerung einstellen, die eine Entlastung der Memminger Straße bewirkt.
Stadtauswärts:
Aus Richtung der Rottachstraße soll sich nichts ändern. Die Leistungs-fähigkeit ist hier ausreichend.
Aus der Memminger Straße soll künftig zweispurig in Richtung Norden eingebogen werden. Dazu wird die Fahrbahnteilerinsel verschoben und die Linksabbiegespur in Richtung Oberwanger Straße soweit verlängert, dass eine Verflechtung der Verkehrsströme möglichst reibungslos erfolgen kann.
Das bessere Abfließen sowie die größeren Aufstelllängen reduzieren die Rückstaugefährdung wesentlich.
Diese Verkehrsumlagerung in Verbindung mit der Verkehrsflussoptimierung durch die geplante Signalisierung der Einmündungen der Lotterbergstraße und der Äußeren Rottach wirkt sich nach diesen Berechnungen so günstig aus, dass auch eine künftige höhere Verkehrsbelastung problemlos bewältigt wird.
Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit soll in diesem Zusammenhang auch der Einmündungsbereich der Oberwanger Straße in die Memminger Straße neu signalisiert werden. Die bisherige provisorische Fußweg-Überquerungs-hilfeinsel soll zu einer signalisierten Geh- und Radweg Überquerungsinsel umgebaut werden. dadurch erhöht sich die Schulwegsicherheit beträchtlich. Der Nebeneffekt ist, dass der Linksabbiegeverkehr in die Oberwangerstraße sowie der Linksausbiegeverkehr daraus mit signalisiert wird und damit die heutige unfallgefährdete Einmündung entschärft wird.
Durch eine koordinierte Signalsteuerung sämtlicher Lichtsignalanlagen im Bereich zwischen dem Adenauerring und der Oberwangerstraße lässt sich die Leichtigkeit des Verkehrs insgesamt positiv fördern.
Ansonsten sind noch Verbesserungen der Radwegführung eingeplant. Hierzu ist vor allem die Ausweisung von Radweg-Angebotsstreifen im Bereich der verbleibenden Busbuchten auf Höhe von der „Franz-von-Ried-Straße“ zu nennen. (Bisher wurden die Radwege auf dem Gehweg mitgeführt).
Des Weiteren ist die Abbiegespuroptimierung südlich der Lotterbergstraße zu nennen. Hierdurch werden allerdings drei Längsparkplätze entfallen.
Im Bereich des Hauptknotens ist ein Vollausbau erforderlich, während in großen Teilabschnitten in der Memminger Straße ein verstärkter Deckenumbau ausreicht.
Verkehrssimulation nach Ausbau der Knoten und LSA-Neuinstallation in der Memminger Straße zwischen Ring und Oberwanger Straße
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