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Fokusgebiet I - Erweiterte Doppelstadt

Rahmenbedingungen

Die Stadt Kempten (Allgäu) hat in den vergangenen Jahren im Rahmen der Stadtsanierung große Anstrengungen zur Aufwertung der historischen Innenstadt unternommen. Kempten verfügt mit der historischen Doppelstadt über eine  stadtbaugeschichtliche Besonderheit, mit der es sorgsam umzugehen gilt. Mit der Ausweisung der Sanierungsgebiete „Nördliche Innenstadt“, „Ehemalige Stiftsstadt West“ und „Unter der Burghalde“ wurde das Ziel verfolgt, eine Inwertsetzung der Quartiere durch Aufwertung der öffentlichen Räume, durch Schaffung neuer Wohn- und Geschäftsräume und durch Modernisierung und Instandsetzung der Immobilien in Gang zu setzen. Auf diesem Weg konnten zahlreiche Maßnahmen umgesetzt werden. Auch weiterhin gilt es, das besondere Augenmerk im Rahmen der Sanierungsbestrebungen der Stadt auf den Erhalt der städtebauliche bedeutsamen historischen Innenstadt zu richten. Als lebendige Mitte muss die Innenstadt vielfältige Funktionen mit den jeweiligen räumlichen Ausprägungen übernehmen, die in Einklang mit der historischen Substanz zu bringen sind. Dem Denkmalschutz kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu. Als Beispiel für einen gelungenen Transformationsprozess kann das Mühlbachquartier dienen. Es wurde in den letzten Jahren umfangreich aufgewertet.
Bauliche Maßnahmen wurden dabei von Marketingstrategien begleitet.
Auf diese Weise kann das Quartier den nördlichen Schwerpunkt der Einkaufsinnenstadt bilden.

Defizite

Defizite weist das Fokusgebiet insbesondere im Bereich der öffentlichen Grünräume auf. Stadtpark und Burghalde als zentrale öffentliche Grünräume in der Stadt haben ein hohes Aufwertungspotential.
Das  östliche  Ende  der  Bäckerstraße  weist  als  Teil  des  zentralen  Versorgungsbereichs  "Einkaufsinnenstadt"  hohe  Leerstandsquoten  in  den gewerblich  genutzten  Erdgeschossen  auf.  Grund  dafür  ist  möglicherweise die große Distanz zur wichtigen Nord-Süd Verbindung entlang der Bahnhofstraße. Das Projekt "Iller erleben" wird im Zuge einer stärkeren Erschließung und freizeitbezogenen Inwertsetzung der Uferbereiche und damit einer stärkeren Anbindung an die Innenstadt die Attraktivität der  östlichen  Einkaufsinnenstadt  stärken.  Vereinzelt  weisen  stadtbildprägende Einzelgebäude einen schlechten Bauzustand auf. Die Lage außerhalb  von  förmlich  festgesetzten  Sanierungsgebieten  hat  bislang eine Förderung dieser für die Stadt Kempten wichtigen Sanierungsvorhaben erschwert.

Allgemeine  Zielstellung 

Die  allgemeine  Zielstellung  für  das  Fokusgebiet I, die erweiterte Doppelstadt muss lauten: Wahrung der städtebaulichen Struktur, weitere Inwertsetzung der zentralen Stadträume und Erhalt der noch vorhandenen wertvollen Bausubstanz.
Da sich zahlreiche Projektansätze zwar innerhalb der historischen Innenstadt, aber nicht in einem der Sanierungsgebiete befinden, ist eine Förderung mit Mitteln der Städtebauförderung zum  gegenwärtigen  Zeitpunkt  nicht  möglich.  Mit  einer  möglichen  Erweiterung der Sanierungsgebietskulisse kann flexibler auf sich ergebende Projektansätze reagiert werden.

Vorbereitende Untersuchungen

Für die Umsetzung künftiger Maßnahmen in  diesen Gebieten sind Zuwendungen der Städtebauförderung unerlässlich. Um diese zu erhalten, sind verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen. Voraussetzung für die Aufnahme in ein Förderprogramm ist die Durchführung von vorbereitenden Untersuchungen nach § 141 BauGB im Fokusgebiet 1, das heißt

  • die Durchführung einer städtebaulichen Bestandsaufnahme,
  • Feststellung der hier vorliegenden städtebaulichen Mängel und
  • die Erarbeitung eines Planungskonzeptes mit einer darauf aufbauenden Ablauf- und  Kostenplanung sowie eine Finanzierungsübersicht.

Das mit dem ISEK Kempten festgelegte Fokusgebiet beinhaltet aktuell noch die bisherigen Sanierungsgebiete „Ehemalige Stiftsstadt-West“ und „Unter der Burghalde“. Diese Gebiete sollen aufgehoben und in das neu festzusetzende Sanierungsgebiet „Erweiterte Doppelstadt“ überführt werden, da innerhalb der beiden Sanierungsgebiete weiterhin Aufwertungsbedarf besteht.

Das Sanierungsgebiet „Nördliche Innenstadt“ wurde erst im Jahr 2012 nach Durchführung vorbereitender Untersuchungen förmlich festgelegt und bleibt unverändert eigenständig bestehen.

Das ISEK Kempten stellt für das neue Untersuchungsgebiet fest, dass es dort gilt, das besondere Augenmerk im Rahmen der Sanierungsbestrebungen auf den Erhalt der städtebaulich bedeutsamen historischen Innenstadt zu richten. Als lebendige Mitte muss die Innenstadt vielfältige Funktionen mit den jeweiligen räumlichen Ausprägungen übernehmen, die im Einklang mit der historischen Substanz zu bringen sind. Dem Denkmalschutz kommt hierbei eine entscheidende Bedeutung zu. Als allgemeine Zielstellung für das Fokusgebiet wurde daher im ISEK Kempten die Wahrung der städtebaulichen Struktur und die weitere Inwertsetzung der zentralen Stadträume und Erhalt der noch vorhandenen wertvollen Bausubstanz festgelegt.

In Abstimmung mit der Regierung von Schwaben hat sich die Stadt hinsichtlich des Fokusgebietes 1 deshalb für die Aufnahme in das Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ ab 2014 beworben, das für die künftige Sanierungstätigkeit in Kempten als das geeignete Programm erscheint.

Diverse Maßnahmen und Projekte wurden bereits im Rahmen des ISEK Kempten erarbeitet, die nun im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen näher betrachtet werden müssen.

Der Beschluss zur Einleitung der Vobereitenden Untersuchung durch den Stadtrat am 23.01.2014 --> zum Beschluss

Mit Beschlussfassung durch den Stadtrat sind Auskunftspflichten und Mitwirkungsrechte von Eigentümern, Mietern, Pächtern und sonstigen Nutzungsberechtigten im Untersuchungsgebiet verbunden.

Die Vorbereitenden Untersuchungen sollen im Laufe des Jahres 2014 durchgeführt werden. Voraussichtlich im Herbst 2014 werden die Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen vorliegen und ein Vorschlag für die endgültige Gebietsfestlegung für das neue Sanierungsgebiet „Erweiterte Doppelstadt“ erarbeitet. Anschließend erfolgen die Begutachtung durch den Planungs- und Bauausschuss sowie der Beschluss im Stadtrat.