Geschichte des Kemptener Stadttheaters
Das Obergeschoss des Salzstadels, der 1525 in den Besitz der Reichsstadt kam, diente den Kemptenern als Bühne zum Theaterspielen. Die seit 1657 in Kempten bestehende Komödiantengesellschaft stand unter dem Spannungsverhältnis von Belehrung und Unterhaltung. Während Schauspieler und Publikum Freude am „Spektakel mit derben Späßen“ hatten, achteten Obrigkeit und Kirche auf eine handfeste Moral der Stücke. Mit der französischen Besatzungszeit während der Napoleonischen Kriege kam das Theaterleben zeitweise zum Erliegen. Erst im 19. Jahrhundert sorgten Theaterdirektoren/-innen für einen prallgefüllten Spielplan und in Kempten konstituierte sich eine „Dramaturgische Liebhabergesellschaft“. Der Wertacher Franz Sales Lochbihler pachtete 1828 das Theater und ließ es umbauen. Der von ihm gemalte Vorhang mit Apollo als Musenführer begeisterte bereits 1829 König Ludwig I. und wird heute noch bei Konzerten heruntergelassen. Große Namen sind mit der Geschichte des Kemptener Theaters verbunden. Unter der Leitung von Julius und Olga Heydecker entwickelte sich das Kemptener Haus zu einem gerühmten Provinztheater. Kemptens abwechslungsreiche Theaterlandschaft zeigt sich nicht zuletzt in der zeitweisen Umwandlung in ein Filmtheater im 20. Jahrhundert. Die Gründung der Kemptener Theatergemeinde im Jahr 1949 war für einen regelmäßigen Spielbetrieb entscheidend. Dem Publikum bot sich ein vielseitiges Angebot an Schauspielen, Opern und Operetten.
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