Die Kemptener Agenda 21 - Entstehung & Struktur
Von Schülern bemalte Plakatwand über Agenda 21
Anfang 1997 begannen in Kempten zunächst fünf Facharbeitskreise ihre Arbeit, in denen Bürger/innen und Vertreter/innen verschiedener Organisationen sowie der Privatwirtschaft über Leitbilder für ein zukunftsfähiges Kempten diskutieren und Handlungsvorschläge zur Umsetzung erarbeiten. Zu Beginn des Jahres 2002 nahm ein neuer Arbeitskreis mit dem Namen "Natur und Umwelt" sowie der "Aktionskreis Familienfreundliches Kempten" als Untergruppe des bestehenden Arbeitskreises "Gesellschaftliche Verantwortung lokal - global" die Arbeit auf.
Die Arbeitskreissprecher treffen sich regelmäßig im Agendabüro. Zwei- bis dreimal jährlich findet ein Treffen aller Mitglieder der Kemptener Agenda 21 im Agendastammtisch statt.
Das Agenda-Büro ist zuständig für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit, bestehend aus festen Mitgliedern, Vertretern der Verwaltung, sowie je 1 - 2 Vertretern aus den Facharbeitskreisen
Durch die Arbeit der Agenda 21 Kempten haben sich mittlerweile viele Projekte verselbständigt. Hier sind nur das Kempodium und der Aktionskreis Familienfreundliches Kempten, der für seine künftige Arbeit eine Vereinsstruktur anstrebt, als Beispiele zu nennen.
Seit 2007 wird nicht mehr in Arbeitskreisen sondern projektbezogen gearbeitet.
Alle Bürgerinnen und Bürger, die bei der Agenda 21 mitmachen wollen, sind herzlich eingeladen, sich an einem Projekt zu beteiligen.
Indikatoren und Ziele der früheren Arbeitskreise
Am 20.11.1999 fand ein Workshop zur Erarbeitung von Indikatoren für ein zukunftsfähiges Kempten statt. (Indikatoren sind Kenngrößen, die den Zustand eines Systems veranschaulichen sollen. So kann z.B. das gehäufte Auftreten bestimmter Wassertiere ein Indikator für die Qualität eines Gewässers sein.)
Bei der Agenda 21 sollen Indikatoren dazu beitragen, wichtige Themenfelder einer zukunftsfähigen Entwicklung zu erkennen und ein entsprechendes Leitbild oder eine Vision zu entwickeln. Komplexe Sachverhalte sollen durch Indikatoren einfach und verständlich dargestellt und messbar gemacht werden.
Dieser Aufgabe stellten sich 20 Vertreter aus den Agenda 21-Arbeitskreisen bei diesem Indikatoren-Workshop und erarbeiteten gemeinsam 5 Indikatoren für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung: Es wurden mehrere Gruppen gebildet, die sich jeweils Themen bzw. Indikatoren überlegen sollten, die aus ihrer Sicht für eine nachhaltige Stadtentwicklung in Kempten notwendig sind.
Die erarbeiteten Ziele und Indikatoren stellen sich wie folgt dar:
1. Ziel: Schaffen einer Kommunikationsplattform über eine zentrale Räumlichkeit in Kempten. (Ein Indikator konnte hier nicht definiert werden.)
2. Ziel: Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs und Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs. (Indikator: Beförderte Personen aller in der Stadt tätigen Verkehrsunternehmen und Taxen in Kempten pro Jahr)
Dieser Aufgabe widmet sich die Projektgruppe Mobilität mit großem Engagement.
3. Ziel: Senkung des Primärenergieverbrauchs der öffentlichen Gebäude der Stadt um 20 % in drei Jahren. (Indikator: Primärenergieverbrauch in den öffentlichen Gebäuden der Stadt. Nach erfolgreicher Arbeit des auf Initiative der Agenda 21 eingerichteten Stelle eines Energiemanagers hat sich der Arbeitskreis Energie und Klimaschutz aufgelöst.
4. Ziel: Umbau der Siedlungsstruktur für mehr Lebensqualität und Ökologie. (Indikator: Verhältnis von Einwohnerzahl und Arbeitsplatzangeboten in räumlicher Nähe. Entwicklung zur Ausgewogenheit.)
5. Ziel: Einbeziehen der Schulen in die Agenda 21. (Indikator: Anteil der Schulklassen und Arbeitsgruppen mit Agenda 21- Aktionen.)
6. Ziel: Ökologische Zertifizierung der Kemptener Betriebe und Verwaltungen. (Indikator: Anteil der Kemptener Firmen am Umweltpakt Bayern in Prozent.)
Diese Indikatoren sollen zunächst als Diskussionsgrundlage mit den politischen Gremien, der Verwaltung und der Öffentlichkeit dienen. Ferner sollen sie die Stadtentwicklung im Hinblick auf die obengenannten Ziele messbar und damit bewertbar im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung machen.
Copyright (c) by Stadt Kempten (Allgäu), Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung
