Geschichte des Parks

- Wo heute Stadtpark, Königsplatz und die zentrale Umsteigestelle ZUM sind, war früher als Teil der Stiftsstadt eine große offene Fläche, die sogenannte „Schwaigwiese“. Sie diente als Schieß- und Exerzierplatz bis 1869 für die Kemptener Bürgerwehr, dann für das Bayerische Militär. Der Name „Schwaigwiese“ deutet auf die ursprüngliche Nutzung als Milchviehweide hin.

- 1874 erwarb die Stadt Kempten die Schwaigwiese vom Bayerischen Militär im Tausch gegen Grundstücke in der Riederau.

- Der Südrand wurde ab den 1880er Jahren mit Villen entlang der Sedanstraße (heute: Beethovenstraße) bebaut.

- Um die Nutzung der großen Fläche gab es lange Debatten: Weil man weiterhin Viehmärkte dort abhalten wollte, sprachen sich viele gegen die Anlage eines öffentlichen Parks aus.

- 1887 fasste der Magistrat unter Bürgermeister Adolf Horchler (1849-1929) den Beschluss, auf einem Großteil der Fläche einen Landschaftspark im englischen Stil anlegen zu lassen. Ein Paraden-, Versammlungs- und Marktplatz sollte darin ebenfalls vorhanden sein.

- 1890 wurde vor dem Lyzeum ein aufwendig gestaltetes Kriegerdenkmal eingeweiht, das von einer kleinen Grünanlage umgeben war. Der aus Pfronten stammende Akademieprofessor Sirius Eberle (1844-1903) entwarf die bronzene Figurengruppe: Ein Engel reicht einem sterbenden Soldaten einen Lorbeerkranz. Das Denkmal wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen.

- Zwischen 1891 und 1893 wurde der Stadtpark angelegt. Die Planung entwarf der Münchner Gartenbauinspektor und Direktor des Botanischen Gartens Max Kolb (1829-1915), der Vater der Dichterin Annette Kolb. Sein Schüler Dominikus Senn (1863-1915), der später Stadtgärtner in Kempten wurde, arbeitete daran mit.

- Der heutige Stadtpark ist viel kleiner als der ursprünglich angelegte. Damals gehörten eine künstliche Grotte, ein Weiher mit Wasserfall sowie ein Alpingarten und exotische Pflanzen zur Anlage. 1904 kamen der Musikpavillon, finanziert aus der Marco-Calgeer-Stiftung, und verschiedene Brunnen dazu. Mehr als 5.000 Bäume und Sträucher wurden gepflanzt.

- Um 1900 galt der Stadtpark als „Baumparadies“ und „grüne Lunge“ der Stadt. Im Winter wurde eine Eislauffläche angelegt.

- Der erste Einschnitt geschah 1937 mit dem Bau der Turnhalle am Königsplatz, wodurch der Alpingarten aufgegeben wurde.

- Seit 1949 werden im Stadtpark jährlich im August die Zelte für die „Allgäuer Festwoche“ aufgestellt und das Gelände eingezäunt. Auf dem Königsplatz sind mehrmals im Jahr die Fahrgeschäfte des Rummels aufgebaut.

- 1970 wurden mehr als 40 Bäume zur Verjüngung des Bestandes gepflanzt. Seit diesem Jahr dürfen die Wiesen im Park betreten werden.

- Im Zuge des Baues der Tiefgarage 1991 wurde die große Fläche des Königsplatzes zum Parkplatz umgestaltet.

- 1995 ersetzte die neue zentrale Busumsteigestelle ZUM einen Teil der Parkanlage.

- Heute ist der Stadtpark in Kempten eine 2,5 Hektar große zentral gelegene Grünanlage im Herzen der Stadt.


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